D a s L i b e r a l e T a g e b u c h |
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Sammlung
Originaldokumente aus Das Liberale Tagebuch, (http://www.dr-trier.de) |
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Auszug
aus dem Protokoll der Plenardebatte des Deutschen
Bundestages vom 8. Mai 2003 (Hinweis: „Blau“ gekennzeichnet: Schwadronierstil. „Rot“ gekennzeichnet: Kommentare des Liberalen Tagebuches) Zukunft
sichern - Globale Armut bekämpfen ... Das Wort zur Abgabe einer Regierungserklärung hat die
Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,
Heidemarie Wieczorek-Zeul. Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auf den Tag
genau heute vor 58 Jahren haben die Vereinigten Staaten von Amerika mit
anderen zusammen unser Land vom Hitler-Faschismus befreit. Wir alle, auch ich
ganz persönlich, danken dem amerikanischen Volk dafür. (darauf haben die gewartet ...) (Beifall
bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der CDU/CSU und der FDP) Die USA haben die Zukunft Berlins in schwerer Zeit gesichert und
die Vereinigung unseres Landes ermöglicht (stimmt so nicht). Die engen Bindungen zu den USA und ihren
Bürgern und Bürgerinnen werden deshalb immer (immer?) fortbestehen und nicht durch
Meinungsunterschiede - sollten diese auch in noch so wichtigen Fragen
bestehen - berührt. In den letzten Monaten hat sich die ganze Welt mit der Einlösung
der Resolution 1441 des UN-Sicherheitsrates
befasst; jeder kannte diese Ziffer. Ich möchte, dass alle politisch
Handelnden und die Weltöffentlichkeit mit der gleichen Leidenschaft auch für
die Umsetzung der Resolution 55/2 der UN-Generalversammlung arbeiten, mit der
die Staats- und Regierungschefs im September 2000 beschlossen haben, der
Armut entgegenzutreten und sie drastisch zu reduzieren. Dies ist eine wichtige (wie viele wichtige gibt es sonst noch?) weltweite Aufgabe für die Zukunft. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bis zum Jahr 2015 soll der Anteil der Menschen, die von weniger als
1 US-Dollar am Tag leben müssen, halbiert werden. Tatsächlich sind Taten
notwendig: 1,2 Milliarden Menschen - ich sagte es - leben von weniger als 1 US-Dollar
am Tag und sind damit extrem arm. 113 Millionen Kinder im schulpflichtigen
Alter können nicht zur Schule gehen. Täglich sterben 6 000 Kinder unter fünf
Jahren, weil sie keinen Zugang (Zugang reicht nicht, die müssen es trinken
können) zu sauberem Trinkwasser haben. Diese Zahlen müssen uns aufrütteln. Aber - auch das muss ich
sagen - wir haben auf der Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem
Währungsfonds vor gerade einem Monat einen Bericht zur Umsetzung dieser Ziele (das ein Bibliotheken füllender Bericht sein –
oder wurde darin nur gequatscht?) gehört. Dabei wurde festgestellt, dass sich
die Rahmenbedingungen zur Erreichung dieser Ziele drastisch verschlechtert
haben. Die Gründe liegen in der weltwirtschaftlichen Situation, den direkten
und indirekten Auswirkungen des Irakkrieges, den mangelnden Fortschritten im
Welthandel und dem drastischen Einbrechen bei den ausländischen Direktinvestitionen.
Für einzelne Länder kommt dann noch die dramatische Belastung aufgrund der SARS-Epidemie hinzu (23.08.03: zum Glück ausgeblieben). Bei der Fortschreibung der derzeitigen Trends - es ist wichtig,
dass wir uns das vor Augen führen - bis zum Jahr 2015 wäre es zwar möglich,
das Ziel, den Anteil der Armen weltweit zu halbieren, zu erreichen; aber die
Umsetzung dieses Ziels hängt davon ab, ob Länder wie China und Indien besondere Erfolge (ach so, die sollen es alleine machen) erringen. Viele Länder in Afrika würden dieses
Ziel jedoch verfehlen. Deshalb muss die Schlussfolgerung sein, sowohl die
Anstrengungen zur Entwicklungsfinanzierung - nach Angaben der Weltbank
brauchen wir weltweit zusätzlich 50 Milliarden US-Dollar -, (haben wir die Mittel, was tut W.Z.
dafür?) besonders bezogen auf Afrika, zu verstärken als auch endlich
Beschlüsse zur Beseitigung handelspolitischer Diskriminierungen der
Entwicklungsländer zu erreichen. Wir sind entschlossen, diese Verpflichtungen
auch umzusetzen. (da dürfen wir aber sehr gespannt sein) (Beifall
bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Meine Sorge war und ist: Wenn Kriege wieder als normales Instrument
von Politik betrachtet werden, besteht die extreme Gefahr einer Verschiebung
der Gewichte auf der internationalen Tagesordnung. Schon seit dem Jahr 2000
sind die weltweiten Rüstungsausgaben wieder
drastisch angestiegen. Ein neuer weltweiter Rüstungswettlauf muss vermieden
werden; denn er würde Mittel und Aufmerksamkeit von der großen, zentralen
Aufgabe der Armutsbekämpfung ablenken. Das dürfen wir nicht zulassen. (Beifall
bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Wir müssen die Mittel auf den Kampf (!) gegen Armut, Ungerechtigkeit, Hunger und
Unwissenheit konzentrieren. Jenseits aller aktuellen Diskussion empfinde ich
es als einen niemals hinzunehmenden Skandal, dass Mittel für Krieg in
Milliardenhöhe schlagartig mobilisiert werden können, im Kampf gegen Armut
und gegen das Sterben von Kindern aber um jeden Dollar und jeden Euro
zusätzlich gerungen werden muss. Gemessen an den Dollars von Grünrot, haben die
wohl nicht gerungen). (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Allein der Nachtragshaushalt, den die amerikanische Regierung
zum Irakkrieg vorgelegt hat – 80 Milliarden US-Dollar -, beträgt ungefähr das
Anderthalbfache dessen, was alle Industriestaaten jährlich an Mitteln zur
Entwicklungszusammenarbeit ausgeben. Im Jahre 2002 waren das 57 Milliarden US-Dollar.
(Vielleicht hätte sich
Grünrot mal mit Saddam näher befassen müssen, statt auf Marktplätzen ...) Prävention ist nicht nur menschenwürdiger, sondern auch
billiger und verantwortungsbewusster (WOW). Wir alle spüren doch täglich, dass wir nicht
auf einer Insel leben, dass uns global verursachte Umweltkatastrophen
erreichen sowie Unsicherheit und Gewalt zunehmen. Deshalb möchte ich uns
allen einprägen: Entwicklungszusammenarbeit ist die kostengünstigste
Sicherheitspolitik. Das gilt auch für unsere eigene Sicherheit. Mit unserer
Entwicklungszusammenarbeit leisten wir daher einen Beitrag zu unserer eigenen
Sicherheit (WOW-WOW). (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Mittel, die der Kollege Struck in seinem Bereich auch für
die Prävention einsetzt, möchte ich dabei nicht gering schätzen. (Heiterkeit
des Bundesministers Dr. Peter Struck) - Offensichtlich hat dich meine letzte Bemerkung gefreut. - (Heiterkeit
und Beifall bei der SPD) Deshalb arbeiten wir weltweit als Partner für Entwicklung und
Frieden zusammen. In dieser globalen Partnerschaft für Entwicklung tragen übrigens
alle Beteiligten Verantwortung. Die Entwicklungsländer müssen dafür sorgen,
dass verantwortliche Regierungsführung praktiziert und Korruption bekämpft
wird. Auf Seiten der Industrieländer geht es um Investitionen, Kredite, Beratung,
Technologietransfer, Marktöffnung und um die Schaffung gerechter internationaler Strukturen. Das von der Bundesregierung vorgelegte Aktionsprogramm
2015 formuliert das Armutsbekämpfungsziel für diesen Zeitraum und
setzt dabei die Ziele in folgenden drei Ländergruppen um - ich bitte Sie,
dies zu verstehen -: Erstens geht es um die Zusammenarbeit mit den Ländern, die eine besonders verantwortliche
Regierungsführung (à la Grünrot – 22.03.02?. MVA in NRW?) zeigen. Dabei wollen wir zukünftig verstärkt
auch die „Neue afrikanische Initiative“ (jetzt sind wir aber schlau) erreichen und unterstützen. Zweitens geht es aber auch um die Zusammenarbeit in
Krisenregionen und in politisch instabilen Ländern (instabil wegen verantwortlicher
Politik?), um zur Lösung von Konflikten beizutragen und um
rechtsstaatliche Institutionen und gesellschaftliche Offenheit zu fördern. Drittens geht es um Zusammenarbeit beim gesellschaftlichen und
staatlichen Aufbau nach Krisen, Kriegen oder Bürgerkriegen, wie etwa in
Südosteuropa oder auch in Afghanistan. (ob die 50 Mia€
für den „Kampf“ gemäß der letzten drei Absätze reichen?) Liebe Kolleginnen und Kollegen, besonders enttäuscht zeigen sich
die Entwicklungsländer weltweit davon, dass die Industrieländer ihre
Ankündigungen bisher nicht eingelöst haben, aus der Doha-Handelsrunde
eine Entwicklungsrunde zu machen. Sie sind zu Recht enttäuscht. Alle hehren
Sprüche über die Segnungen des freien Handels und der Marktwirtschaft müssen
für die Menschen in den Entwicklungsländern hohl klingen, solange nach wie
vor die Praxis der Exportsubventionen im Agrarbereich fortgesetzt und den
Entwicklungsländern damit unfaire Konkurrenz auf den Weltmärkten und in ihren
eigenen Ländern gemacht wird. Das ist nicht hinnehmbar. (ob unsere Fulminante sich im Klaren ist,
welche Maßnahmen allein in Deutschland nötig wären um dieses alles „auf den Weg
zu bringen?) (Beifall bei
der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie werden sich auch so lange enttäuscht fühlen, wie ihnen die
im Jahr 2001 zugesagte verbilligte Einfuhr von Arzneimitteln für die
Bekämpfung von Epidemien nicht ermöglicht wird. Ich weise darauf hin, dass es
ein Land gibt, das sich unter dem Einfluss seiner Pharmakonzerne einer
solchen Regelung widersetzt hat. (schon wieder eine wichtige
Meinungsverschiedenheit mit „ihren“ amerikanischen Freunden?) Ich fordere die Regierung dieses
Landes und die internationale Gemeinschaft insgesamt auf, diese Regelung zur
verbilligten Einfuhr von Medikamenten in Entwicklungsländer zur Bekämpfung von Epidemien (ob die Epidemien nach ihrem Kampf wohl
verschwunden sind?) umgehend (!) umzusetzen und die Entwicklungsländer nicht weiter zu
enttäuschen. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn in diesem Bereich keine Veränderungen stattfinden, wird
auch die Konferenz von Cancun im September keine
Fortschritte erzielen. Wir setzen auf das Auslaufen der Agrarexportsubventionen
generell und wir unterstützen den Vorschlag des französischen Präsidenten
Chirac, der jetzt ein Moratorium bei den Exportsubventionen gegenüber den
afrikanischen Ländern für die Dauer der WTO-Verhandlungen fordert. Wie
gesagt, der Abbau dieser Exportsubventionen ist weltweit notwendig; aber es
ist wichtig und gut, wenn - insbesondere auf Afrika bezogen - erst einmal mit
einem solchen Schritt ein Signal gesetzt wird. Lassen Sie mich an ein paar Beispielen deutlich machen, wie wir
versuchen, die Ziele bei der Bekämpfung der Armut umzusetzen, die sich die
internationale Gemeinschaft im Jahr 2000 vorgenommen hat. So haben wir die Entschuldungsinitiative für die Entwicklungsländer
beschlossen (aber auch umsetzen, gell?). Sie müssen seit dieser Zeit eigene Pläne zur
Bekämpfung der Armut und der Arbeitslosigkeit in ihrem Land vorlegen. Daran
müssen sie die Zivilgesellschaft beteiligen. (und wenn sie es nicht tun, ist dann „basta“?). Das können Sie sich vielleicht an folgendem Beispiel verdeutlichen:
In einem Land wie Tansania kommen Finanzmittel aus der Entschuldung zum
Beispiel den Schulen zugute („dürfen“ die dann keine Waffen mehr einkaufen?), damit Kinder in die Schule gehen
können. Nichtregierungsorganisationen unterstützen (wie romantisch) diese Schulen und die Kinder dabei und legen
offen welche Mittel aus der Entschuldung wirklich vor Ort angekommen sind und
für Schulbücher, für Klassenräume usw. verwendet wurden (Heitschi-bombeitschi ...). Das ist nicht nur ein Beitrag dazu,
verstärkt Kontrolle auszuüben und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu
verstärken, sondern auch dazu, die Zivilgesellschaft und die Demokratie zu
fördern sowie dafür zu sorgen, dass die Mittel aus der Armutsbekämpfung und
der Entschuldung tatsächlich den Menschen vor Ort zugute kommen - ein gutes
Beispiel, denke ich (das waren also zwei Beispiele - „mir kommen die Tränen“). (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Liebe (macht furiose Linke jetzt einen auf SOFTI?) Kolleginnen und Kollegen, mit den
Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut verbinden wir - das muss man im Zusammenhang
sehen - zum einen Ernährungssicherheit, zum anderen aber auch die Stärkung
der Rechte der Frauen, Initiativen für eine Energiewende,
für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und für die Chance, dass alle Kinder
vom siebten bis zum 14. Lebensjahr wenigstens die wichtigste (Typ „PISA“?) Grundbildung erhalten. Lassen Sie mich mit der Bekämpfung des Hungers beginnen. Die deutsche Politik steht
fest zu dem internationalen Ziel, das Recht auf Nahrung weltweit durchzusetzen. Es ist ein Skandal, dass immer noch
fast 800 Millionen Menschen hungern, obwohl genug Nahrungsmittel für alle
Menschen produziert werden (Wirklich? Und was ist mit Transport und Distribution?). (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wichtigste Aufgabe unserer Politik ist deshalb, dazu
beizutragen, dass der Zugang zu Land und Ressourcen in den Partnerländern
gesichert wird und dass die EU-Agrarpolitik geändert wird. (Aufgabe also nicht erfüllt). Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir unterstützen übrigens - das ist wichtig - nicht nur die ärmsten
Entwicklungsländer, sondern auch die Länder wie Brasilien, die selbst einen
anderen Weg einschlagen wollen. Brasilien versucht mit seiner Aktion „Null
Hunger“ - „Fome Zero“ -, dazu beizutragen, dass die armen Menschen in ihrem
Land eine gute Perspektive haben. Das kann und muss ein ansteckendes Symbol für ganz Lateinamerika und für die
Entwicklungsländer insgesamt sein. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es geht uns um die Verbesserung der Grundbildung.
Wir werden unsere Neuzusagen für Grundbildung inklusive beruflicher Bildung
von 135 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 150 Millionen Euro im Jahr 2003
steigern (150.000.000/5000 ist immerhin 30.000 Kinder, das ist eine ganze
Menge, wenn man bedenkt, dass 113.000.000, davon sicher 19.000.000 Kinder ...). Es geht uns um die Stärkung der Rolle der Frauen. Ich will auf
den Arab Human Development Report der Vereinten Nationen hinweisen. Er führt
die Tatsache, dass arabische Länder zum Teil in ihrer wirtschaftlichen
Entwicklung zurückbleiben, unter anderem darauf zurück, dass Frauen in diesen
Ländern nicht ausreichend in die gesellschaftlichen und politischen Prozesse
einbezogen sind. Deshalb ist die Stärkung der Rolle der Frauen (Frauenrolle stärken?) eine wichtige Aufgabe im Interesse
ihrer selbst, vor allen Dingen aber auch ein Beitrag zu Modernisierung,
Reformfähigkeit und Aktivitäten im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung.
Das zu stärken ist eine ganz wichtige, zentrale Aufgabe unserer
Entwicklungszusammenarbeit. (Wie viel Geld gibt es „für Frauen“?). Es geht auch darum - das tun wir -, dafür zu sorgen, dass Frauen
Zugang zu den Familienplanungsmöglichkeiten haben. Sie müssen ihr Recht auf
sexuelle Selbstbestimmung wahrnehmen können. Sie müssen selbst entscheiden
können, wie viele Kinder sie haben wollen. Sonst können sie ihre
Möglichkeiten der Familienplanung überhaupt nicht nutzen und haben keine
Chance. (gut, dennoch irgendwie naiv). Liebe Kolleginnen und Kollegen, weltweit leben 42 Millionen
Menschen mit HIV/Aids. Auch das ist ein
Aktionsfeld im Bereich der Armutsbekämpfung. In unserer Regierungszeit haben
wir den Kampf gegen HIV/Aids jährlich - wir werden das auch im kommenden Jahr
tun - mit 300 Millionen Euro bilateral, über die Weltbank, aber auch über die
Europäische Union unterstützt. Was brauchen wir in Bezug auf eine neue Energiezukunft? Die
Ausgangslage ist dramatisch: Die Industrieländer verbrauchen 75 Prozent der
Energie, während 2,4 Milliarden Menschen, also 46 Prozent der
Weltbevölkerung, keinen Zugang zu kommerzieller Energie haben. Wenn wir das
Ziel der Armutsbekämpfung überhaupt erreichen wollen, dann müssen wir diesen
Menschen Zugang zu Energie eröffnen. Dabei ist
klar, dass das nicht nach den alten Mustern des Energieverbrauchs und der
Energieerzeugung erfolgen kann. Sonst wäre der ökologische Kollaps
programmiert. (Programm „Windmühlen für die Armutsbekämpfung“?) Wenn wir die Investitionen erreichen wollen, die in diesem
Bereich notwendig sind, müssen wir Energieeffizienz und erneuerbare Energien
fördern. (na also – immer diese Ungeduld – s. Kommentar „Windmühlen“). (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Da haben wir einen besonderen Schwerpunkt, der wichtig für die
internationalen Beziehungen ist. Wir werden im nächsten Jahr eine Konferenz
für erneuerbare Energien durchführen und dabei die globale Koalition für erneuerbare
Energien stärken. Es geht darum, eine neue Energiezukunft für die Welt
zu ermöglichen, eine Zukunft, die nachhaltig und partnerschaftlich ist und
auch deshalb niemals das Mittel Militär zur Ressourcensicherung einsetzt.
Dies ist die Perspektive, die für die europäischen Länder von Bedeutung ist. Wenn wir diese Ziele erreichen wollen, dann müssen wir die
Entwicklungsfinanzierung stärken. Ich weise darauf hin, dass zum ersten Mal seit dem Jahr 2002
nach langen Jahren des Sinkens und der Stagnation der offiziellen
Entwicklungshilfe die Ausgaben der Geberländer weltweit gestiegen sind, und
zwar von 53 Milliarden US-Dollar auf 57 Milliarden US-Dollar. Das wird aber
nicht ausreichen. Die deutschen Entwicklungshilfezahlungen sind zwar von 2001
auf 2002 um 369 Millionen US-Dollar auf 5,359 Milliarden US-Dollar gestiegen,
was eine Steigerung um gut 7 Prozent ist. Aber der Anteil am
Bruttonationaleinkommen ist bei 0,27 Prozent geblieben. Wir halten an dem
Ziel fest - das werden wir umsetzen -, bis 2006 einen Anteil von 0,33 Prozent,
wie zugesagt, zu erreichen - trotz aller Konsolidierungsbemühungen, die ich
kenne. Aber wir müssen dieses Ziel einlösen, um das zu erreichen, was ich
eben skizziert habe. (Wenn Grünrot an „Zielen festhält“, kommt meist rein gar nichts). (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Insgesamt ist auch die Entschuldungsinitiative ein großer
Fortschritt. 26 Länder haben bisher einen Schuldenerlass
erhalten. Das entspricht einem Umfang von 41 Milliarden US-Dollar. Unter
Hinzurechnung traditioneller und zusätzlicher freiwilliger Erlassmaßnahmen
beträgt die Entlastung bisher circa 60 Milliarden US-Dollar. Das ist ein
großer Schritt neben der Entwicklungsfinanzierung, die ich genannt habe. Uns alle - ich habe es zu Beginn angesprochen - hat in den
letzten Monaten der Krieg im Irak umgetrieben, ein Krieg, den wir nicht
gewollt haben und den wir wie Millionen von Menschen überall in der Welt bis
zuletzt zu verhindern gesucht haben. Jetzt sagen manche, der Krieg sei doch
ganz glimpflich verlaufen, und fragen, warum wir den Krieg kritisiert hätten.
Aber ist es glimpflich, wenn Zehntausende Zivilisten und Soldaten ihr Leben
verlieren, (Jeder Toter ist Beklagenswert, ganz ohne „die großen, Eindruck
machenden Zahlen der Frau Ministerin). (Albert Deß
(CDU/CSU): Was war denn vorher im Irak los? Reden Sie doch darüber!) wenn Tausende von Kindern körperlich und seelisch schwer
verletzt und für ihr Leben geschädigt werden, wo doch die Perspektive der
nicht militärischen Entwaffnung bestand? - Ich sage: Nein. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Der Krieg ist militärisch gewonnen. Saddam
Hussein ist gestürzt und das ist gut. Aber der Frieden ist noch lange
nicht erreicht. Das zeigen uns die Bilder täglich. Jetzt geht es darum,
Frieden zu schaffen und dem irakischen Volk tatsächlich die Freiheit von
Diktatur und Fremdherrschaft zu geben. Nur die Vereinten Nationen haben dafür
die Legitimität (die große Bundesregierung erteilt spätestens seit Juli 2002 der
kleinen US-Regierung die Lektion über Demokratie-Freude-Eierkuchen). Die Menschen im Irak müssen allein
über die Ölvorkommen und die Erlöse aus den Ölgeschäften verfügen und
entscheiden dürfen (es scheint Grünroter Mentalität zu entspringen das Gegenteil für
möglich zu halten). Dafür müssen die Vereinten Nationen sorgen. (Basta?) (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das wird im Übrigen bei der Beratung der anstehenden
UN-Resolution deutlich werden und wird dann gemeinsam mit der Frage der
Aufhebung der Sanktionen zu beschließen sein. Ich möchte zum Schluss auf die Hilfe hinweisen, die wir schon heute
für die Menschen im Irak faktisch leisten. Die Bundesregierung hat sich im
Irak mit 50 Millionen Euro direkt engagiert, um die unmittelbare Not der
Menschen zu lindern (Millionen-Heidi schmeißt in dieser Rede mit den Millionen um
sich, dass es ein wahre Freude ist. Hätten unsere Fulminanten doch bloß solch
Millionen-auf-den-Weg-bringende Wirtschaftspolitik gemacht). Mit diesem Geld unterstützen wir
UN-Hilfsorganisationen, das Internationale Rote Kreuz und auch private und
kirchliche Hilfsorganisationen. An dieser Stelle fordere ich noch einmal
ausdrücklich: Alle Hilfsorganisationen müssen ungehinderten Zugang zu den leidenden Menschen haben, unabhängig
von militärischer Kontrolle und militärischem Einfluss. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Mit unserer Finanzierung liefert das Welternährungsprogramm
täglich 2 000 Tonnen Lebensmittel in den Irak. Das Internationale Rote Kreuz
baut allmählich die Wasserversorgung im Irak mit auf und nimmt sich der Versorgung in den
Krankenhäusern an. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich muss Ihnen aber mitteilen -
ich stehe sowohl mit dem zuständigen
EU-Kommissar als auch mit Cap Anamur, die sich nach wie vor im Land
aufhalten, in Kontakt -, dass die Lage besonders in den Slums von Bagdad nach wie vor
dramatisch ist. Die Versorgung der Bevölkerung ist in keiner Weise gesichert. Deshalb war es wichtig, dass am 6. Mai der erste Hilfsflug der Europäischen Union
medizinische Hilfsgüter im Wert von 10 Millionen Euro nach Bagdad gebracht
hat. Wir unterstützen die Europäische Union im Umfang von 100 Millionen Euro
für Nothilfe und Wiederaufbau. Deutschland ist damit zu rund einem Viertel an
der Finanzierung beteiligt (Millionen-Heidi). Wir stehen in enger Verbindung mit dem Internationalen Roten
Kreuz und anderen Organisationen wie dem Hammer Forum,
die besonders schwer verletzte Kinder aus dem Irak zur Behandlung nach
Deutschland holen wollen. Nachdem bisher nur US-Flugzeuge im Irak landen
konnten, war die Möglichkeit, Kinder auszufliegen, nicht gegeben. Jetzt
besteht diese Möglichkeit und wir werden sie zugunsten der verletzten Kinder
nutzen. Wir freuen uns, dass das Hammer Forum bereits Zusagen für Betten in
deutschen Krankenhäusern erhalten hat. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU
und der FDP) Die Weltbank selbst wird - auch aufgrund unserer Anregungen und
mit unserer Unterstützung - mit einer eigenen Kommission im Land vertreten
sein, um Empfehlungen für den Wiederaufbau (sehr gut ... !) zu geben. Finanzielle Darlehen kann sie aber
erst dann vergeben, wenn eine legitimierte Regierung oder ein entsprechender
Beschluss des UN-Sicherheitsrats sie dazu auffordert. (Wo ist Fischer?). Der Wiederaufbau wird - selbstverständlich unter der Autorität
der Vereinten Nationen - so wichtige Bereiche wie den Aufbau des
Gesundheitswesens und des Bildungswesens, den Aufbau des Landes und die
notwendigen Gesellschafts- und Wirtschaftsreformen umfassen müssen. Wir sind darauf vorbereitet, in diesem
Rahmen weitere Hilfe zu leisten, und werden uns im Rahmen unserer
Möglichkeiten engagieren. Liebe
Kolleginnen und Kollegen, ich fühle mich in unserer schwierigen, aber so
notwendigen Arbeit immer wieder durch vielfältige Unterstützung und auch
entsprechende Anregungen und Anerkennung ermutigt. Die Kirchen
würdigen, dass wir Armutsbekämpfung als überwölbendes Ziel für alle Bereiche
der deutschen Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigen. Die Anerkennung ist nicht nur national, sondern auch
international. Das Zentrum für globale Entwicklung in Washington hat einen
Index entwickelt, der bewertet, wie sich die Politik der 21 wichtigsten
Industrieländer auf die Entwicklungschancen der ärmsten Länder auswirkt. Ich
möchte Ihnen mit großer Freude in Erinnerung rufen, dass die Bundesrepublik
in diesem so genannten Development Friendliness Index an der Spitze der
G-7-Länder liegt. Ich denke, das ist eine wichtige Anerkennung der Politik, die wir zugunsten der
Entwicklungsländer leisten. (Beifall
bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Diese Anerkennung und Auszeichnung bestärkt uns darin, weiterhin entschlossen für eine
progressive und starke Entwicklungspolitik einzutreten, die mit vielfältigen Partnerschaften und Allianzen mit allen gesellschaftlichen Gruppen
arbeitet. Wir müssen es gemeinsam schaffen, die Ziele der Armutsbekämpfung zu
erreichen (aber Grünrot hat zur Zielerreichung viel zu wenig Mittel in der
Kasse – wirklich komische Aussage). Dazu müssen und werden wir die Mittel für
die Entwicklungszusammenarbeit, wie versprochen, ausweiten (Wie viel, bitteschön?) und uns auch durch aktuelle Krisen
nicht ablenken lassen (Stoßgebet zum allmächtigen?). Die Menschen in den Entwicklungsländern, aber auch die
Generationen, die nach uns kommen, werden uns danach bewerten (echter Scheiß: Was können wir uns,
lebend, für diese Bewertung kaufen?), was wir getan haben, um globale Armut zu
bekämpfen, Globalisierung gerecht zu gestalten, eine gerechte Weltordnung zu
erreichen und den Frieden zu sichern. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
ist sich ihrer Verantwortung bewusst und sie nimmt ihre Verantwortung wahr. Ich bedanke mich sehr herzlich (und „wir“ dafür, dass diese Rede ihr
glückliches Ende gefunden hat ...). (Beifall bei
der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Frage
am Schluss: Warum hat W.-Z. diese Rede bloß gehalten? Was hat W.-Z. sich
dabei gedacht? |