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s L i b e r
a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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15. Dezember 2004. Vom FDP Internet-Auftritt Die Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD) zur Aufhebung des Waffenembargos gegen China haben ein
parlamentarisches Nachspiel. Auf Antrag der FDP debattiert der Bundestag am
Mittwoch über das Thema. FDP-Parteichef Guido WESTERWELLE wirft dem Kanzler
vor, eigenmächtig gehandelt zu haben. "Der Bundeskanzler ist kein
Sonnenkönig, der gegen den Willen des Deutschen Bundestages im Ausland tun
kann, was er möchte“, so Westerwelle. Im Oktober fasste der Bundestag den Beschluss, das
Waffenembargo gegen China nicht aufzuheben. Alle Fraktionen sprachen sich
dafür aus, dass sich die Menschenrechtslage in China erst grundlegend ändern
müsse, damit einer Aufhebung zugestimmt werden könne. In diesem Beschluss
wurde die Bundesregierung aufgefordert, sich ausdrücklich an die Entscheidung
des Parlaments zu halten. Dennoch plädierte Schröder während seiner
China-Reise vor zwei Wochen für eine Aufhebung des Embargos und sicherte dem
chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zu,
sich dafür in der Europäischen Union stark zu machen. Schröder bezeichnete
das Waffenembargo als "nicht mehr zeitgemäß". Diese Äußerungen sind am Mittwoch Gegenstand der
Debatte im Bundestag. Die FDP wirft dem Kanzler vor, eigenmächtig und gegen
den Willen des Parlaments gehandelt zu haben. "Wenn Herr Schröder
behauptet, er könne doch seine Meinung vertreten, dann sollte er bedenken,
dass nicht der Privatmann Schröder nach China gereist ist, sondern der
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Und als dieser hat er sich an
den Willen des Bundestags zu halten", erklärte FDP-Parteichef Guido
Westerwelle im Vorfeld der Debatte. Die Missachtung der Menschenrechte und die
Unterdrückung demokratischer Kräfte in China dürfe nicht zugunsten rein
wirtschaftlicher Interessen hingenommen werden, forderte Westerwelle.
"Wir sind der Überzeugung, dass Menschenrechte keine Handelsware
sind." Schröders schäbiger Kuhhandel "UN-Sicherheitsratsitz gegen
Waffenexporte" sei nicht verantwortbar, erklärte der Parteichef mit
Blick auf die Zusage Pekings, Deutschland im Gegenzug bei der Bewerbung um
einen Sitz im Sicherheitsrat unterstützen zu wollen. Die Haltung von Schröder und Außenminister Joschka
Fischer (Grüne) habe nichts mehr mit einer ethisch-moralisch verantwortbaren
Außenpolitik zu tun. "Wir werden auch nicht zulassen, dass der deutsche
Außenminister so tut, als hätte der damit nichts zu tun", sagte
Westerwelle und kündigte an, auch die Rolle Fischers im Bundestag zur Sprache
bringen zu wollen. "Wir können das, was passiert ist, nicht
zulassen." |