D a
s L i b e r
a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Reformvorschläge Viele können das
Quatschen einfach nicht sein lassen, als hätten sie nichts Wichtigeres zu tun.
Besser wäre es, „Politiker“, politische Geschäftsführer in Deutschland,
hielten sich diesmal zurück. Es geht um ihr Verhalten und ihre Bezüge. Diese
Chef-Diskussion ist Sache ihres Aufsichtsrates der 61 Mio
Wähler in Deutschland. Der Gesamt-Souverän wird seinen Politikern schon sagen,
was in der Sache Sache ist. Interessant ist die Idee des
DGB, einen Verhaltenskodex „anzumahnen“. Statt zu gackern, sollten sie einen
praktikablen Kodex ausformulieren – ihren eigenen gleich mit – dann können
wir noch immer weitersehen. Berlin (dpa) - Im Bundestag gibt es offensichtlich keine
Mehrheit für den Vorschlag der Grünen, die Nebeneinkünfte von Parlamentariern
auf deren Diäten anzurechnen. Das Vorhaben stößt nicht nur bei der Opposition
auf Widerstand, sondern auch beim Koalitionspartner SPD. Petra Ernstberger,
Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD- Bundestagfraktion, sagte am
Dienstag der dpa in Berlin, damit stelle man alle Politiker unter einen
«Pauschal-Verdacht». Die meisten Abgeordneten hätten jedoch gar keine
Nebeneinkünfte. Kritisiert wurde auch der Vorstoß des niedersächsischen
SPD- Fraktionschefs Sigmar Gabriel, der den
Abgeordneten eine Art Wahlrecht zwischen Diäten und privaten Einkünften
einräumen will. Niedersachsens früherer Landtagspräsident Rolf Wernstedt (SPD) sagte: «Ich halte das im Ansatz für
falsch.» Ein Abgeordneter dürfe wegen seiner Unabhängigkeit prinzipiell nicht
auf Diäten verzichten. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion,
Volker Beck, hatte sich als Konsequenz aus den jüngsten Gehälteraffären dafür
ausgesprochen, Nebenverdienste mit Diäten zu verrechnen, wenn ein
Abgeordneter mehr als die Hälfte seines Einkommens durch Hinzuverdienste
erwirtschaftet. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe,
Peter Ramsauer, bezeichnete diesen Vorstoß in der «Frankfurter Rundschau»
(Dienstag) als «skurril und absurd». Ernstberger
schlug alternativ eine Regelung vor, wonach die Höhe von Nebeneinkünften
veröffentlich werden muss, wenn diese höher als die Diäten sind. Zuletzt hatten umstrittene Gehaltszahlungen von Volkswagen
an zwei SPD-Abgeordnete im niedersächsischen Landtag für Aufregung gesorgt.
Wegen Zahlungen des RWE-Konzerns war CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer im
Dezember zurückgetreten. Vor diesem Hintergrund mahnte der Deutsche
Gewerkschaftsbund (DGB) einen Verhaltenskodex für Politiker an. Der
DGB-Vorsitzende Michael Sommer sagte der «Berliner Zeitung», die Grenzen für
Nebeneinkünfte müssten klar sein, damit keine Grauzonen entstehen, die zu
Zweifeln an der Seriosität von Unternehmen oder der Unabhängigkeit von
Abgeordneten führen könnten. © WELT.de, 04.01.2005 um 16:04 Uhr |