D a sL i b e r a l eT a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Berlin, den 28. Juli 2005, 415 / 05
Mitteilung für die Presse Wieczorek-Zeul kritisiert Schäuble-Besuch:
Mit Merkel stünden deutsche Soldaten im Irak Kommentar des Liberalen
Tagebuches: Die SPD
argumentiert wider besseres Wissen, d.h., vom Prinzip her betrügerisch. Die
missmutige Reaktion ist eher darauf zurückzuführen, dass Schröder noch nie 45
Minuten mit Bush sprechen konnte, im übrigen die Umstände der Gespräche von
Wolfgang Schäuble eher dahingehend zu interpretieren sind, dass die
amerikanischer Regierung Grünrot nicht nur „missachtet“, sondern nichts
lieber als eine Gelb-Schwarze Regierung ab 19. September 2005 hätte.
Zusammenfassend: Die US-Regierung
will Grünrot weg haben, unterstützt aber
Gelb-Schwarz. Siehe im übrigen Kommentar in „liberal“, vom 29.
Juli 2005. Zu der Reise des stellvertretenden
CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Schäuble in die Vereinigten Staaten und dem
Verhalten von Angela Merkel, erklärt die stellvertretende
SPD-Parteivorsitzende Heidemarie Wieczorek-Zeul: Die Äußerungen des stellvertretenden
CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Schäuble nach seinem Zusammentreffen mit
US-Präsident Bush zeigen eines deutlich: Eine unionsgeführte Bundesregierung
plant die deutsche Außenpolitik zurück ins Kielwasser der amerikanischen
Außenpolitik zu ziehen und dabei deutsche und europäische Interessen
zurückstehen zu lassen. Damit würde die von Bundeskanzler Gerhard Schröder
formulierte Linie einer starken transatlantischen Partnerschaft bei einer gleichzeitig
selbstbewussten und friedensbetonten deutschen Außenpolitik aufgegeben. Dass CDU/CSU die Position der Bundesregierung in der
Irak-Frage nach wie vor für falsch halten, zeigen einmal mehr die Äußerungen
Schäubles im Deutschlandfunk. Wenn er eine Wegscheide in der deutschen Außenpolitik
ab dem Jahr 2002 konstatiert, zeigt dies, dass die Union die klare Haltung
des deutschen Bundeskanzlers immer noch in Frage stellt. Dass Frau Merkel ihren stellvertretenden
Fraktionsvorsitzenden nach Washington schickt, um in ihrem Namen eine
Botschaft an US-Präsident Bush zu überbringen, ist schon ein peinlicher
Vorgang. Offensichtlich war ihr daran gelegen, ihre
Ergebenheitsadresse an Präsident Bush vor den zurückliegenden
Bundestagswahlen vergessen zu machen und diese durch ein gemeinsames Foto der
Bevölkerung nicht wieder ins Gedächtnis zu rufen. Sie scheint zu glauben,
dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Wankelmütigkeit in der Irak-Frage
vergessen haben. Doch klar ist: Mir ihr stünden heute deutsche Soldaten im
Irak. |