D a s   L i b e r a l e   T a g e b u c h

Sammlung Originaldokumente aus „Das Liberale Tagebuch“, http://www.dr-trier.de

 

 

 

 

22. Oktober 2004

 

Kommentar des Liberalen Tagebuches: Wir kennen die kraftprotzende Rhetorik zur Sozialgerechtigkeit. Als es aber bei Opel wirklich Ernst wurde, gab es (immerhin) volle Solidarität, ein paar kraftmeierische Sätze mit der Schuldzuweisung vom „Managerversagen“, den sicher nützlichen Wunsch von „Kraft und Erfolg“ und schließlich eher laue „solidarische Grüße“. Das war es. Mehr nicht.

 

Der Bundesvorstand und der Bundesausschuss der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) haben sich heute unter anderem mit der Situation bei den Opel-Werken befasst. Anschließend richtete der AfA-Bundesvorsitzende Ottmar Schreiner folgendes Schreiben an den Gesamtbetriebsrat der Adam Opel AG:

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

der Bundesvorstand und der Bundesausschuss der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) möchten Euch und den Beschäftigten in den Opel-Werken ihre volle Solidarität versichern.

 

Ihr habt in den letzten Tagen mit großem Einsatz und Mut für die Erhaltung Eurer Arbeitsplätze gekämpft. Dafür gebührt Euch Respekt und Unterstützung. Jetzt muss jedem, insbesondere der Konzernleitung in Detroit, klar sein, dass die Beschäftigten bei Opel nicht bereit sind, für das Missmanagement der Konzernspitze in Haftung genommen zu werden.

 

Eure Auseinandersetzung ist noch nicht zu Ende. In den bevorstehenden Verhandlungen geht es darum, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern und alle Opel-Werke zu erhalten. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass die Beschäftigten in den europäischen Werken zusammenstehen. Die Einigung im europäischen General Motors Arbeitnehmerforum, keine Unterschreitung der nationalen Tarifverträge zu akzeptieren und Sozial- und Steuerdumping zu verhindern, ist ein wichtiges Signal, dass sich die Beschäftigten nicht gegeneinander ausspielen lassen.

 

Wir wünschen Euch für die nächsten Wochen viel Kraft und Erfolg.

 

Mit solidarischen Grüßen

 

Ottmar Schreiner

(AfA-Bundesvorsitzender)

 

Was sich die Arbeiter von Opel für solch laue Solidaritätsadresse wohl kaufen können? Wäre es nicht besser gewesen, die SPD hätte zur Bildung etwa in Sachen Marktwirtschaft schon vor Jahren beigetragen? Die SPD stellt doch immerhin seit Jahrzehnten den Kultusminister in NRW.