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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Neue Strukturen in der Arbeitsmarktpolitik überfällig Beschluss
des Präsidiums der Freien Demokratischen am 18. Juli 2005 Die
Arbeitsmarktpolitik der rot-grünen Bundesregierung zeigt eine traurige
Bilanz. Von der vom Bundeskanzler im August 2002 angekündigten Reduzierung
der Zahl der Arbeitslosen um 2 Millionen durch eine 1:1-Umsetzung der
Ergebnisse der Hartz-Kommission sind wir weit entfernt. Im Gegenteil: Im Jahr
2004 waren im Jahresdurchschnitt 4,38 Millionen Menschen arbeitslos. Für 2005
werden im Jahresdurchschnitt 4,8 Millionen Arbeitslose erwartet. Zwar
gingen viele Schritte der Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 in die
richtige Richtung, dann aber entweder nicht weit genug, in eine Sackgasse
oder auf einen Irrweg. Von einer 1:1-Umsetzung kann keine Rede sein.
Arbeitsmarktpolitische Instrumente, die als Kernstück der Reform zum Abbau
der Arbeitslosigkeit beitragen sollten, haben sich als teuer und ineffektiv
erwiesen. Sie konnten keinen entscheidenden Beitrag zur dauerhaften
Integration Arbeitsloser in den Ersten Arbeitsmarkt leisten. Dazu
gehören:
Für
den Abbau der Arbeitslosigkeit sind grundlegende Reformen der
Arbeitsverwaltung und der Vermittlung notwendig Mit
der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe hat die
Bundesregierung einen im Grundsatz richtigen Weg beschritten. Die derzeitige
Ausgestaltung des Hartz IV-Gesetzes (SGB II) weist aber viele Mängel auf. Die
erzwungene Kooperation zwischen der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen
funktioniert nicht, organisatorische Mängel und unklare Verantwortlichkeiten
haben zu dem bestehenden Konkurrenzgerangel geführt, die Anreize für einen
Hinzuverdienst auf dem Ersten Arbeitsmarkt sind zu gering. Anstatt die
Verantwortung für die Betreuung Langzeitarbeitsloser, wie von der FDP
gefordert, auf die Kommunen zu übertragen, wurde die Mammut-Bundesagentur für
Arbeit mit neuen Aufgaben belastet. Die Vermittlungstätigkeit der
Bundesagentur für Arbeit, die schon in 2004 bei der Vermittlung in
ungeförderte Beschäftigung mit nur 1,4 Arbeitslosen pro Monat und Betreuer
einen Tiefpunkt erreicht hatte, leidet unter der mit der Umsetzung der
Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe verbundenen Belastung
der Mitarbeiter. Vorrang hat die Antragsbearbeitung für das ALG II, diese
Zeit fehlt für die Vermittlungstätigkeit und Betreuung. Der zweite Teil des
von der Bundesregierung selbst gesetzten Ziels des Forderns und Förderns ist
auf der Strecke geblieben. Für
die FDP steht daher fest: Eine wirksame Arbeitsmarktpolitik kann nur
gelingen, wenn
Auflösung
der Bundesagentur für Arbeit (BA) Die
FDP schlägt vor, die Bundesagentur für Arbeit in ihrer jetzigen Form
aufzulösen und ihre Aufgaben in einem Drei-Säulen-Modell neu zu ordnen:
Überflüssige
Verwaltungsebenen, wie die Regionaldirektionen können abgeschafft, ein Teil
der bisherigen Aufgaben der BA, wie die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung
und das IAB, privatisiert bzw. wie die Kindergeldauszahlungen auf andere
Behörden übertragen werden. Stärkung
des Versicherungsprinzips in der Arbeitslosenversicherung Es ist
eine grundlegende organisatorische Neuausrichtung der Arbeitslosenversicherung
und –vermittlung erforderlich. Um im Interesse der Beschäftigung im Ersten
Arbeitsmarkt eine Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu
erreichen, ist es notwendig, das Versicherungsprinzip in der
Arbeitslosenversicherung deutlich zu stärken. In der Arbeitslosenversicherung
muß wieder eine Gesamtäquivalenz zwischen Beiträgen und Leistungen
hergestellt werden. Die Arbeitslosenversicherung soll den Versicherten eine
Wahlfreiheit bei den Tarifen einräumen. Damit kann die
Arbeitslosenversicherung ihre Leistungen noch genauer auf die individuellen
Bedürfnisse ihrer Versicherten ausrichten und gleichzeitig diese möglich
gewordenen Einsparungen in Form von niedrigeren Beiträgen an die Versicherten
weitergeben. Der bisherige Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung
wird dafür dem Arbeitnehmer zunächst steuerfrei ausgezahlt und der
Gesamtbeitrag zur Arbeitslosenversicherung davon ein behalten. Damit kann
sich auch die Inanspruchnahme beitragsändernder Optionen wie einer Karenzzeit
für den Arbeitnehmer bei der Nettoentgeltberechnung unmittelbar positiv
auswirken. Arbeitsmarktpolitische
Instrumente Alle
Instrumente der Arbeitsmarktpolitik sind auf Umfang, Wirksamkeit und
Effizienz zu überprüfen, denn Arbeitsmarktpolitik ist nur dann erfolgreich, wenn
es ihr gelingt, mit möglichst geringem Mitteleinsatz Arbeitslosigkeit zu
vermeiden oder möglichst rasch zu beenden. Die Maßnahmen sollten daher in
wenigen Kategorien zusammengefaßt werden, über die die jeweils zuständige
Kommune nach pflichtgemäßem Ermessen flexibel, effektiv und am Einzelfall
orientiert entscheiden kann. Öffentlich subventionierte unfaire Konkurrenz
für mittelständische Unternehmen und Existenzgründer durch
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Ein-Euro-Jobs und Ich-AG muß zurückgefahren werden.
Die Integration in den Ersten Arbeitsmarkt muß Vorrang haben. Daneben
brauchen wir eine Steuer-, Wirtschafts-, Tarif- und Arbeitsmarktpolitik, die
zu mehr Wachstum und damit zu mehr Arbeitsplätzen führt. Kontraproduktive
Schutzbestimmungen, z.B. im Kündigungsschutzgesetz, müssen beseitigt werden,
um die Chancen Arbeitsloser auf eine Integration in den Arbeitsmarkt zu
verbessern. |