D a s L i b e r a l e T a g e b u c h |
|
Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
|
27. September 2004: FDP fühlt sich durch
Wahlergebnis gestärkt. Die Kölner FDP kann mit ihrem Ergebnis bei der
KölnWahl sehr zufrieden sein. Wir Liberalen haben mit 7,4% das beste
Wahlergebnis seit 25 Jahren errungen. Dabei konnten wir unseren absoluten
Stimmenanteil mit 26.020 Stimmen gegenüber der letzten Ratswahl 1999
verdoppeln und die Fraktion von 4 auf 7 Ratsmitglieder vergrößern. Unser
schon gutes Ergebnis bei der Europawahl im Juni haben wir noch Mal um 3.000
Stimmen steigern können. Die Kölner FDP liegt mit einem Zuwachs von 3,3
Prozentpunkten auch deutlich über dem Landesdurchschnitt von 2,4%-Zuwachs.
Wir werten dies als Beleg, dass die gute und verlässliche Ratsarbeit der
FDP-Fraktion von den Kölnerinnen und Kölnern honoriert worden ist. Die FDP hat ihre Wahlziele erreicht.
Schwarz-Grün, das Köln in die schwerste Haushaltskrise seit 1945 manövrierte,
ist abgewählt. Auch Rot-Grün rechnet sich nicht. Jetzt ist Sachpolitik ohne
politische Scheuklappen gefragt. Kölns drängende Probleme haben sich nicht
geändert und müssen endlich angepackt werden. Alle vier demokratischen
Ratsfraktionen sind jetzt aufgefordert, zur Sacharbeit zurückzufinden, ihre
Lösungskompetenz zu zeigen und zusammenzuarbeiten. Die Kölner FDP ist dazu
bereit. Darum halten wir Liberale auch nichts von einem schwarz-roten
Ratsbündnis bzw. schwarzen oder roten „Ampeln“. Dies würde in Köln nur zu
Stillstand und faulen Kompromissen führen. Jetzt ist Fritz Schramma als Oberbürgermeister
und Verwaltungschef gefordert, um für die notwendigen Entscheidungen seine
Mehrheiten im Rat zu suchen. Ein schwarz-rotes oder ein „Ampel“-Bündnis würde
Fritz Schramma bis zur Handlungsunfähigkeit einengen. Wir wollen einen Kölner
Oberbürgermeister, der die Probleme anpackt und frei ist von Ratsbündnissen,
die sich zwangsläufig nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen
können. Das darf nicht sein. Die Kölner FDP erklärt sich deshalb bereit, den
Kölner Oberbürgermeister bei seiner schwierigen Aufgabe voll und ganz zu
unterstützen. Die FDP ist bestürzt über den Einzug der
rechtsradikalen Vereinigung „Pro Köln“ mit Fraktionsstärke in den Kölner Rat.
Wir Demokraten müssen nun alles tun, damit diese Demagogen im Rat und in den
Ausschüssen keine Plattform für ihre dumpfen Sprüche finden und die extremen
Linken und Rechten sich im Rat nicht gegenseitig hochschaukeln. Hier ist
Disziplin gefragt. Gleichzeitig müssen wir Demokraten im Rat Lösungskompetenz
bei den Problemen aufzeigen, die die Rechtsradikalen zum Stimmenfang genutzt
haben. Auch hier ist die FDP mit allen demokratischen Fraktionen im Rat zur
Zusammenarbeit bereit. |