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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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DIRK NIEBEL im Interview mit der Münchner "tz" Die
Fragen stellte Carmen Krippl: Frage:
Wie sauer sind die Liberalen wegen der Mehrwertsteuerpläne der Union? NIEBEL:
Sauer? Gar nicht. Daß wir als einzige Partei ohne Steuererhöhungspläne in den
Wahlkampf gehen, ist ein außerordentlich interessantes
Alleinstellungsmerkmal. Unter der großen Überschrift "Wir wollen
Rot-Grün mit der Union ablösen" bleiben wir drei eigenständige Parteien.
Wir haben aber große Schnittmengen, so daß wir bei einem Wählerauftrag
relativ zügig ein Programm erstellen können, mit dem wir Deutschland erneuern
können. Frage:
Ist der "Mehrwertsteuer-Streit" dann schnöde Taktik? NIEBEL:
Nein, den Ansatz der Union halten wir schlichtweg für falsch. Das ist das
Prinzip "Ökosteuer³", man preßt den Bürgern, die sowieso schon
genügend zahlen, noch mehr ab, um es dann in ein marodes soziales
Sicherungssystem zu stopfen, statt das System auf neue Füße zu stellen. In unserem
Konzept ist eine Steuererhöhung nicht notwendig. Es ist solide gerechnet.
Alle Grundrechenarten sind berücksichtigt worden. Frage:
Also geben Sie den Vorwurf, Ihre Partei könne nicht richtig rechnen, an Edmund
Stoiber zurück? NIEBEL:
Und ob ich den zurückgebe! Herr Stoiber hat gesagt, in seinem Haus sei alles mögliche gerechnet worden, aber er konnte keine einzige
konkrete Angabe zu diesen Rechnungen machen. Wir dagegen können genau
belegen, wie wir eine Entlastung für Bürger und Betriebe ohne Steuererhöhung
gegenfinanzieren können, und das kann jeder im Internet nachlesen. Frage:
Aber Merkel und Stoiber haben schon sehr, sehr siegesgewiß verkündet, Sie im
Fall einer Koalition von ihren Plänen zu "überzeugen". Stellt diese
Haltung für Sie eine Zusammenarbeit in Frage? NIEBEL:
Wenn uns die Wähler einen Regierungsauftrag für Schwarz-Gelb geben, dann
werden wir auch einen Weg finden, zusammenzukommen.
Aber dann muß auch jeder auf den anderen zugehen. Das gilt nicht
nur für uns. |