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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Jürgen Koppelin: Zum sog. "Haushaltsentwurf 2006" 13. Juli 2005 Der letzte von einer rot-grünen Bundesregierung vorgelegte
Haushaltsentwurf ist ein wahltaktisch frisiertes Zahlenwerk. Der
Haushaltsentwurf von Hans Eichel dokumentiert die Haushaltspolitik der
letzten Jahre: Kein Geld, kein Konzept, keine
Perspektiven. Dieser Entwurf ist nur noch ein rot-grüner Abgesang zum
Ende der Koalition. Die Haushalts- und Finanzplanungsansätze sind
unrealistisch und beruhen auf der Hoffnung des Eintretens unrealistischer
Schätzungen. Sie bauen auf eine wirtschaftliche Entwicklung, die sich
ausschließlich am oberen Level der Möglichkeiten orientiert. Einzig auf dem
Papier ist der Haushalt mit einer Nettokreditaufnahme von 21,5 Milliarden
Euro und Investitionen von 22,4 Milliarden Euro verfassungskonform. Ohne
Sondereffekte wie das Vorziehen des Fälligkeitstermins beim
Sozialversicherungsbeitrag und verschiedene Luftbuchungen in Milliardenhöhe
wäre bereits der Entwurf verfassungwidrig. So sind weder für die
Bundesagentur für Arbeit noch bei den Leistungen für Unterkunft und Heizung (Hartz
IV) Mittel eingestellt. Darüber hinaus unterstellt der Haushaltsentwurf 2006
Einnahmen aus Forderungsverkäufen sowie Privatisierungserlöse in Höhe von
rund 23 Milliarden Euro. Damit ist dann der letzte Rest des Tafelsilbers
veräußert. Die Dramatik im Bundeshaushalt zeigt sich in der
mittelfristigen Finanzplanung. Für die Jahre 2007 bis 2009 wird nach dem
Ausverkauf und dem Vermögensverzehr ein jährliches "Haushaltsloch"
von 25 Milliarden Euro ausgewiesen. Dies ist bisher beispiellos. Der Haushaltsentwurf 2006 und die mittelfristige
Finanzplanung setzen weiterhin auf
Ausgabensteigerung statt auf Ausgabenminderung. Das organisierte
Schuldenmachen wird fortgesetzt. Die 23 Milliarden Euro Einmaleinnahmen
zeigen deutlich, dass keine passende Antwort zur Lösung der strukturellen
Probleme gefunden wurde. Die ungünstige strukturelle Entwicklung der Ausgaben setzt
sich auch mit dem Haushaltsentwurf 2006 fort. Das Verhältnis der Zins-,
Investitions- und Sozialausgaben zu den Gesamtausgaben von 256,5 Milliarden
Euro und den Steuereinnahmen bleibt unverändert auf hohem Niveau. Betrachtet
man die mittelfristige Finanzplanung, werden sich wesentliche
Finanzkennziffern nochmals verschlechtern. Auch bei der Investitionsquote
setzt sich der negative Trend weiter fort. Die im Haushaltsentwurf
veranschlagten 22,4 Milliarden Euro entsprechen gerade einmal 8,7 Prozent an
den Gesamtausgaben. In absoluten Zahlen werden die Investitionen gegenüber
dem Haushalt 2005 um 300 Millionen Euro abgesenkt. Bis zum Jahr 2009 sinken sie
sogar auf 21,3 Milliarden Euro, was einer Investitionsquote von 8 Prozent
entspricht. Der Investitionsverfall setzt sich damit fort. Dabei sind gerade
Investitionen wichtige Schlüsselfaktoren für die konjunkturelle Entwicklung
und die Arbeitsmarktsituation sowie die private Wirtschaftstätigkeit. Hier
liegt das größte Versäumnis der rot-grünen Bundesregierung. Aufgabe einer kommenden Regierung muss es
sein, nach einem Kassensturz die Bekämpfung der Staatsverschuldung in eine
langfristig wirkende Konsolidierungsstrategie und eine auf Dauer angelegte
Reformstrategie einzubetten. Dies gibt der Wirtschaft die notwendigen Impulse
und der nachfolgenden Generation eine Perspektive. |