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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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BERLIN. Zur aktuellen Diskussion über die Sparpläne in
Höhe von 35 Milliarden Euro und eine etwaige Mehrwertsteuererhöhung erklärt
der Parlamentarische Geschäftsführer und Haushaltsexperte der
FDP-Bundestagsfraktion, Jürgen KOPPELIN: Jürgen Koppelin zu den Nachrichten das „35-Mrd-Sparprogramm“
durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer gegenzufinanzieren. 2. November 2005 Union und SPD zerstören mit ihren Sparplänen den Boden für
wirtschaftliches Wachstum. Sie betreiben Etikettenschwindel, denn ihre
Überlegungen stehen diametral zu den - gerade von der Union - im Wahlprogramm
festgeschriebenen Zielsetzungen. Statt der versprochenen Steuersenkungen
werden Bürger und Unternehmen abkassiert. Auf breiter Front wird den
wirtschaftlich Handelnden und den Konsumenten das Geld aus der Tasche
gezogen. Die noch von der SPD im Wahlkampf als "Merkel-Steuer"
gegeißelte Anhebung der Mehrwertsteuer ist, wen wundert's, kein Teufelszeug
mehr und dokumentiert die Beliebigkeit der Agierenden. In Windeseile trennen
sich Union und SPD von ihren Wahlkampfaussagen. Statt "Vorfahrt für
Arbeit" heißt es jetzt "Vorfahrt für Steuererhöhungen"! Wer so
agiert, dem ist auch trotz Dementi die Einführung einer PKW-Maut zuzutrauen. Statt den Staatshaushalt konsequent durch Einsparungen bei
Subventionen und beim Staatskonsum zu sanieren, will eine Große Koalition den
konjunkturpolitisch schädlichen und irrationalen Weg gehen. Die Sparpläne
sind Gift für Wirtschaft, Konjunktur und Arbeitsmarkt. Sie werden die
Zukunftsängste der Bürger verstärken. Die Große Koalition unterliegt einem fatalen Irrtum, wenn
sie sich beispielsweise allein auf die Umfinanzierung der Sozialen Sicherung
in Form höherer Verbrauchsteuern einlässt bzw. notwendige Schritte auf dem
Arbeitsmarkt wie z.B. die Lockerung des Kündigungsschutzes ganz unterlässt.
Alle Maßnahmen der Bundesregierung müssen sich daran orientieren, die
Probleme der Staatsfinanzen über den Dreiklang von Ausgabensenkungen,
Wachstum und Beschäftigung zu lösen. Die FDP-Bundestagsfraktion wird Pläne
unterstützen, die zu wirklichen Ausgabenreduzierungen und nicht über
verkappte Steuererhöhungen zu Mehreinnahmen des Staates führen. Aus unserer Sicht gehören folgende Maßnahmen auf die
Agenda: (1)
20-prozentige Kürzung innerhalb
der Koch-Steinbrück-Liste unter Einbeziehung der Körbe I und II. (2)
Auflösung des
Bundespresseamtes. (3)
Reduzierung der
Parlamentarischen Staatssekretäre auf einen pro Ministerium. (4)
Einsparungen im Bundeshaushalt
von 14 Milliarden Euro. (5)
Weitere Einsparungen im
Bundeshaushalt durch 10-prozentige Kürzungen bei den Zuwendungen und den
Verwaltungsausgaben. (6)
Abschaffung der
Personal-Service-Agenturen, der ABM-Zuschüsse, Ich-AGs und der
Altersteilzeit. (7)
Reduzierung der Fördermaßnahmen
bei der Bundesagentur für Arbeit um mindestens die Hälfte (Einsparvolumen von
ca. 8 Milliarden Euro). (8)
Gesetzliche Änderungen beim
Arbeitslosengeld II zur Begrenzung der Bedarfsgemeinschaften und zur
Bekämpfung des Leistungsmissbrauch. (9)
Bekämpfen des
Umsatzsteuerbetrugs durch Umstellung von der Soll- auf die Ist-Besteuerung. Was kommen muss, ist ein Sparkurs der wirtschaftlichen
Vernunft und nicht des politischen Harakiris. Überlegungen beispielsweise zur
Einführung eines Haushaltskonsolidierungszuschlags treffen Bürger und
Unternehmen gleichermaßen. Gleichzeitig soll aber über eine
Unternehmenssteuerreform eine Entlastung der Unternehmen stattfinden. Wie
passt das zusammen? Als erstes gehören alle Aufgaben und Ausgaben überprüft
mit dem positiven Effekt, dass die Staatsquote gesenkt wird. Erfahrungsgemäß
sind Ausgabenkürzungen flankiert durch Eingriffe in die Leistungsgesetze
nachhaltiger und erfolgversprechender für den Konsolidierungskurs als
Einnahmeerhöhungen. Der Staat der Bescheidenheit muss zum Markenzeichen einer
verantwortungsbewußten, zukunftsorientierten und generationengerechten
Regierungspolitik werden. |