D a s L i b e r a l e T a g e b u c h |
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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zur
"Einhaltung" des Stabilitätspakts PM, 5. November 2004, Silvana Koch-Mehrin, Stellv. Vorsitzende der Liberalen Fraktion im EU-Parlament Die deutsche Bundesregierung erzeugt Unsicherheit mit
ständig neuen Vorschlägen, wie sie das Defizitverfahren, das in den
Europäischen Verträgen festgelegt ist, umgehen kann. Die jüngste Idee, die
Nettozahlungen an die Europäische Union aus der Neuverschuldung
herauszurechnen, ist ein neuer Versuch, die falsche Finanzpolitik der Bundesregierung
zu verdecken. Die Abschaffung des Nationalfeiertags am 3. Oktober zum Stopfen
von Haushaltslöchern ist genauso abwegig und wird zu Recht von der
Bevölkerung nicht angenommen. Wer, wie Günter Verheugen, von einer Flexibilisierung des
Stabilitätspakts spricht, will nichts anderes als den Stabilitätspakt
aufweichen, was nicht geschehen darf! Es ist ein Irrglaube, daß man mit einer höheren
Schuldenaufnahme Wirtschaftswachstum schaffen kann. Nach dieser Formel müßten
die Länder mit der höchsten Staatsverschuldung die größte Wirtschaftskraft
besitzen. Daß eine Neuverschuldung von maximal drei Prozent machbar ist,
zeigen die meisten europäischen Staaten. Die Niederlande haben das
Strafverfahren der EU akzeptiert und sich vorbildlich an die Sparvorgaben der
EU gehalten. Im kommenden Jahr werden die Niederlande die Defizit-Grenze von
drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt einhalten. |