D a
s L i b e r a l e T a g e b u c h
|
|
Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
|
Web-Site der FDP über die PK vom 23.10.2005 Am Donnerstag werden die Staats- und Regierungschefs der
EU auf Hampton Court bei London zu einem informellen Gipfel zusammentreffen.
Wenngleich es dort um die Auswirkungen der Globalisierung, um
Wettbewerbsfähigkeit, Reformen und das europäische Sozialmodell gehen soll,
wird der Streit um den Finanzrahmen für 2007 bis 2013 auch eine Rolle
spielen. FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin
forderte am Montag nach einer Präsidiumssitzung mehr Transparenz bei Aufgaben
und Ausgaben der EU. Der britische Premierminister Tony Blair will gemeinsam
mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Donnerstag auf dem
EU-Gipfel bei London Wege aus der schweren Finanz- und Glaubwürdigkeitskrise
der Gemeinschaft aufzeigen. Der amtierende Ratspräsident Tony Blair will dazu
mit einem neuen Vorschlag aufwarten. "Ich glaube, dass eine Einigung auf
dem Dezember-Gipfel erreicht werden kann und sollte", meinte er. Gerhard Schröder wird sich am Donnerstag ein letztes Mal
bei einem EU-Gipfel als Regierungschef präsentieren. Beim Haushalts-Gipfel im
Dezember wird es Angela Merkel sein, die dann als Kanzlerin des größten
EU-Nettozahlers erwartet wird. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Allianz der
Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) und Vorsitzende der FDP im
Europaparlament, Silvana Koch-Mehrin, machte am Montag nach einer
Präsidiumssitzung deutlich, dass Schröder als abgewählter Kanzler kein
Verhandlungsmandat für den Gipfel am Donnerstag habe. In einem entsprechenden
Beschluss des Präsidiums heißt es weiter: "Gerhard Schröder darf bei den
anstehenden Finanzverhandlungen nicht von der vom Bundestag vorgegebenen
Begrenzung des deutschen Beitrags abweichen. Maximal ein Prozent des EU-BIP
(als so genannte Verpflichtungsermächtigung) bleibt die Vorgabe für Gerhard
Schröder." Die FDP fordere zudem, die Abschaffung der
Doppelzuständigkeiten der EU einerseits und der Mitgliedstaaten andererseits
für gleiche Aufgaben. Die Bürger hätten ein Recht auf klare Zuständigkeiten -
auch bei der Finanzierung, so Koch-Mehrin. Es sei nicht nachvollziehbar, dass
einerseits Deutschland und andererseits auch die EU gleiche Aufgaben
ausführen, die jeweils vom deutschen Steuerzahler finanziert würden. Die FDP-Europaabgeordnete machte zugleich deutlich, dass
die FDP eine eigene EU-Steuer ablehne. Die Erhebung von Steuern sei Sache der
Mitgliedstaaten. Dabei müsse es bleiben. Koch-Mehrin bemängelte zudem die fehlende
Transparenz bei der Finanzierung der EU. Die liberalen Europaabgeordneten und
die zuständigen Gremien der FDP seien nun aufgefordert, Vorschläge über die
Finanzierung Europas vorzulegen. |