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s L i b e r
a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Kein "Fall" KStA, 7. Januar 2005 , Seite 4, von Markus
Decker Eines vorneweg: Der „Fall Müller“, so man denn von einem
„Fall“ überhaupt sprechen kann, ist nicht vergleichbar mit den Fällen Hermann-Josef
Arentz und Laurenz Meyer. Die 37-Jährige arbeitet für das Gehalt, das sie von
der Dresdner Bank bekommt. Sie hat nicht über Jahre hinweg Geld fürs
Nichtstun kassiert wie Arentz. Sie hat nichts verheimlicht wie Meyer. Und sie
reagiert klüger als diese - nicht abwiegelnd-nassforsch,
sondern angemessen selbstbewusst. Dies wird nicht verhindern können, dass viele eine andere
Sicht haben. Sie hätten wohl gern gewusst, wie viel Lohn Frau Müller erhält
und wie oft sie im Büro erscheint. Auch fragt sich der Normalbürger: Woher
nehmen die in Berlin eigentlich die Zeit für derlei Zweit-Jobs? Und wem fühlt
sich die politische Klasse in erster Linie verpflichtet - dem Gemeinwohl oder
Privatinteressen? Die Demokratie ist gefährdeter, als man im Bundestag wahrhaben
will. Wer sie stärken möchte, muss dafür sorgen, dass die Maßstäbe von
Wählern und Volksvertretern eng beieinander liegen. Dafür tragen beide
Verantwortung - auch im „Fall Müller“. |