D a
s L i b e r
a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Erst kleckern, dann klotzen KStA, Joachim Frank, 05.01.05, 06:46h Wie sie's macht, macht sie's verkehrt. Die ersten Zusagen
der Bundesregierung über erst eine, dann drei, dann 20 Millionen Euro
Soforthilfe für die Katastrophengebiete in Südasien nahmen sich mickrig aus -
im internationalen Vergleich wie in Relation zum privaten Spendenaufkommen.
Jetzt klotzt Berlin mit 500 Millionen, katapultiert sich damit prompt an die
Spitze der globalen Charity-Charts - und wieder
stellt sich das Gefühl ein, da stimmt doch etwas nicht. Die gewaltige Summe ist mit hoher Wahrscheinlichkeit groß-
und damit schöngerechnet - indem zum Beispiel ein etwaiger Schuldenerlass für
die vom Seebeben betroffenen Länder einfließt. Staatshaushalte werden dadurch
auf dem Papier entlastet, aber für die Menschen, die Flutopfer zumal, ändert
sich wenig bis nichts. Der Kanzler wird heute überzeugend darlegen müssen, woher
er das viele Geld nehmen will und dass es nicht zulasten anderer Projekte der
Entwicklungshilfe geht. Gewiss, in einem 250-Milliarden-Etat lassen sich
immer hier und da ein paar Millionen zusammenkratzen; und wer wollte schon
kleinlich sein, wenn es um einen denkbar guten Zweck geht? Aber mit dem Druck
auf die Tränendrüse beginnt bekanntlich schon die Augenwischerei. Auch
karitative Arbeit muss solide finanziert sein. Mit dem Argument, auf eine
halbe Milliarde Euro mehr komme es doch nicht an, hätten sich noch ganz
andere humanitäre Titel in den Etat einstellen lassen. Man muss sich ja klar
machen, dass die Zusagen der Regierung fast ein Siebtel des Betrags
ausmachen, den das Entwicklungshilfe-Ministerium in einem ganzen Jahr
ausgeben kann. Nachhaltigkeit - diese Devise aus Schröders
Neujahrsansprache verdient uneingeschränkte Unterstützung. Das
500-Millionen-Ding der Regierung aber ist fürs Erste ein Knalleffekt im Helfer-Hype. (KStA) |