D a s L i b e r a l e T a g e b u c h |
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Umweltschutz,
liberal BERLIN, 30. August 2004, In einer Kolumne für die
Wetzlarer Zeitung führt der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Wolfgang Gerhardt aus. Aufgeklärte Bürger wissen um die Knappheit aller
Ressourcen, der natürlichen wie des menschlichen und monetären Kapitals.
Kompetentes Verhalten zeichnet sich dadurch aus, das beste Verhältnis
zwischen Aufwand und Nutzen zu erreichen. Die Natur verfährt schon seit
Millionen Jahren nach diesem Grundsatz, der auch das Fundament des Erfolgs in
Unternehmen und Märkten bildet. Dieses Prinzip gehört endlich auch in der
Umweltpolitik durchgesetzt. Wir brauchen im Umweltschutz moderne
marktwirtschaftliche Methoden zum Erzielen der besten Ergebnisse anstelle
bürokratischer und dirigistischer Apparate. Der freiheitliche Weg einer Ökologischen Marktwirtschaft
setzt darauf, dass sich die für die Umwelt beste Lösung durchsetzt. Die
Umwelt endet nicht an den Grenzen der Gesetzgebung. Den CO2-Ausstoß bei uns
zu reduzieren ist löblich, bringt aber nur wenig wenn andere Länder nicht
mitziehen. Es ist absurd, hierzulande ein nervtötendes und
kapitalvernichtendes Dosenpfand-System aufzubauen, wenn mit dem gleichen
Einsatz hochprofitable Recycling-Systeme zum Wohle der Menschen, z.B. in
Entwicklungsländern, aufgebaut werden könnten. Es ist absurd, wertvolle
Ressourcen in unserem Land darauf zu verschwenden, bestimmte Schadstoffe im
Promille-Bereich noch weiter zu reduzieren, wenn mit dem gleichen Aufwand
z.B. in China ein hundertfacher Effekt zu Gunsten unserer gemeinsamen Umwelt
zu erzielen wäre. Wir müssen wegkommen von der rot-grünen
Verschwendungswirtschaft, die mit immer mehr verfeinerten Vorschriften und
überbordender Bürokratie menschliche Arbeitskraft bindet, Innovationen verhindert
und Kapital verschleudert. Die dadurch verursachte Staatsverschuldung ist
Ressourcenverschwendung und zerstört die Generationengerechtigkeit. Der zutiefst unökologische Charakter einer solchen Politik
erschließt sich jedoch erst beim zweiten Hinsehen. Die Politik muß den Mut
aufbringen, auch deutliche Worte zu finden. Das Windrad hilft zwar manch
Grünem Steuern zu sparen, trägt aber nicht unbedingt zur
Landschaftsverschönerung bei, und ist übrigens auch nicht automatisch die
beste Lösung für die Umwelt. Und: Die Bürger haben ein Recht auf Teilhabe am
Fortschritt. Immer mehr Entwicklungen gehen an Deutschland vorbei. Wir können
es uns nicht leisten, daß wegen der etablierten Technologiefeindlichkeit
Forschung vertrieben wird, und wir die Produkte später teuer einkaufen
müssen. Heute werden die Zukunftschancen von Morgen verteilt. Es muß endlich
ein forschungsfreundlicheres Klima geschaffen werden. Den Bürgern
Deutschlands dürfen die Chancen der Genforschung nicht vorenthalten werden.
Das gilt auch für andere Forschungsbereiche. Der energiepolitische Starrsinn
muß beendet werden. Derzeit steigt der Verbrauch von fossilen Brennstoffen
weltweit an. Um den Trend zu ändern sind alle Möglichkeiten gleichzeitig
anzuwenden. Der Ausbau nachwachsender Rohstoffe, die Wasserstoff- und
Solartechnologie, Geothermie, Wärmedämmung, Kraft-Wärmekopplung, aber eben
auch Kernenergie. Der Ausstieg aus
der Kernenergie ist unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes kontraproduktiv.
Eine Energiepolitik, die verantwortungsbewusst auf Klimaveränderungen
reagieren will, darf nicht den Verzicht auf Kernenergie propagieren, sie muß
sich um ihre Modifizierung bemühen. Das bedeutet, neue und forcierte
Anstrengungen für mehr Sicherheit und weitere Forschungen zur Kernfusion.
Ebenso wie die natürlichen muß der Staat auch die strukturellen und
politischen Lebensgrundlagen der künftigen Generationen schützen. Deutschland
muß seine Technologiekompetenz in allen Bereichen behalten. Nur das ist eine
wirklich verantwortungsvolle und nachhaltige Politik. Susanne Bühler Telefon: (030) 227-52388 pressestelle@fdp-bundestag.de |