D a s L i b e r a l e T a g e b u c h |
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Zum Tag der Deutschen Einheit 2004 Der Tag der Deutschen Einheit ruft in jedem Erinnerungen wach, die er nie vergessen wird. Den Fall der Mauer, jubelnde Menschen, Freude, Glück und Freiheit für endlich alle Deutschen. Daß das alles nicht selbstverständlich war, daß es dazu Mut und Tatkraft bedurfte, daß kluge Politik den Vereinigungsprozeß begleiten musste, das muß und sollte immer und immer wieder gesagt werden. Die Überwindung von Unterdrückung hat in der Geschichte immer wieder jene Freude freigesetzt, die freiheitliche Ordnungen benötigen, wenn sie in den Herzen der Menschen verankert werden sollen. Inzwischen
ist vieles auf den Weg gebracht worden, manches ist stecken geblieben,
anderes wartet noch auf tatkräftiges Zupacken. Aber die Chancen sind da,
Ostdeutschland weiter nach vorn zu bringen und Deutschland insgesamt wieder
zukunftsfähiger zu machen. Chancen
werden dabei unterschiedlich wahrgenommen. Das ist auch ganz normal. Weder
sind unsere Städte gleich, noch unsere ländlichen Gebiete, noch ganze
Regionen, wie wir das aus unserer Geschichte kennen. Immer befanden sich im
Übrigen alle in einem Wettbewerb. In einem Wettbewerb um das Profil ihrer
Stadt, um die kulturelle Akzentsetzung in ihrer Region. Durch das Hervorbringen
der jeweils eigenen Stärken, der jeweils eigenen Atmosphäre, des jeweils
eigenen kulturellen Angebots haben sich Chancen entwickelt. Nicht alles ist
gleich und der Reichtum Deutschlands besteht auch in Unterschieden. Die
Bodenbeschaffenheit begünstigt oder beeinträchtigt Landwirtschaft,
naturräumliche Gegebenheiten begrenzen Siedlungspolitik und Ansiedlungspolitik,
verkehrsgünstige Lagen schreiben ein Stück Erfolgsgeschichte der Wirtschaft
durch Standortentscheidung von Unternehmen. Chancengleichheit herzustellen,
ist die eigentliche Aufgabe. Die Wahrnehmung spezieller regionaler Ausprägung
zu ermöglichen, verbunden mit eigenen Akzentsetzungen nach vorne zu bringen,
das ist es, was die jeweilige Stärke ausmacht. Tatkräftige
Politik muß Grundlagen dafür legen, daß auch schwächere Regionen ihre
trotzdem vorhandenen Stärken herausbilden können. Finanzausgleiche werden am
Ende aber nicht überall Gleiches, gleiche Einkommen, gleiche Schulergebnisse,
gleiche Arbeitsplätze, gleiche Ausbildungsplätze am jeweiligen Ort
garantieren können. Chancengleichheit ist Ermutigung, nicht
Ergebnisgleichheit. Für
diese Ermutigung zusammen zu stehen, Finanzausgleiche zu schaffen, kluge
Fördermöglichkeiten einzusetzen und vor allem zu wissen, warum man das tut:
weil die Einheit Deutschlands eingebettet in Europa und unsere freiheitliche Verfassung
Werte sind, für die es sich lohnt, einzustehen |