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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Wolfgang Gerhardt: Zum SPD-Sonderparteitag am
01.06.03 Auszug aus einer PM vom 5. Juni 2003 Der Jubelparteitag ist vergangen. Doch die eigentliche
Bewährungsprobe für die Regierungskoalition steht noch bevor. Die Stunde der
Wahrheit schlägt im Parlament. Angesichts der dramatischen Lage auf dem
Arbeitsmarkt müssen die von der SPD beschlossenen Minimal-Reformen schnell in
konkreten Gesetzgebungsverfahren münden. Verzögerungen bei der Umsetzung darf
es nicht geben. Wir müssen das Tempo erhöhen. Deshalb ist die FDP auch zu
Sondersitzungen des Bundestages in der Sommerpause bereit. Klar ist: Für
jedes der Gesetze benötigt Rot-Grün eine eigene Mehrheit. Eine Regierung muss
stets handlungsfähig sein. Sollte die Koalition diese Mehrheit nicht
erreichen, wäre Rot-Grün gescheitert. Dann sollte der Kanzler den Weg für
Neuwahlen ebnen. Im Gesetzgebungsverfahren wird die FDP den Minimalreformen
unter Vorbehalt zustimmen. Die so genannte "Agenda 2010" ist zwar
eine Schmalspur-Agenda, die bei weitem nicht ausreicht für den notwendigen
Aufbruch. Dennoch sind selbst kleine Schritte besser als nichts. Wenigstens
die müssen aber glaubwürdig sein. Die Erleichterungen dürfen nicht durch
Belastungen an anderer Stelle zunichte gemacht werden. Neue Neidsteuern oder
eine Ausbildungsplatzabgabe darf es nicht geben, weil so die Arbeitslosigkeit
weiter steigen würde. Um den Menschen wieder eine Perspektive zu geben, reichen
die jetzigen Trippelschritte nicht aus. Notwendig sind weitere mutige
Entscheidungen. Vier Punkte sind dabei entscheidend: Erstens muss das gesamte
Arbeits- und Tarifrecht auf den Prüfstand. Dazu gehört auch die in
Deutschland überzogene Mitbestimmung. Betriebliche Bündnisse für Arbeit
sollten ermöglicht werden. Zweitens sind in der Finanzpolitik Sofortmaßnahmen
erforderlich. Wir brauchen Steuersenkungen statt Steuererhöhungen. Über ein
Haushaltssicherungsgesetz müssen alle Subventionen linear um 20 Prozent
gekürzt werden. Drittens muss die Rente reformiert werden. Die private und
betriebliche Vorsorge sollten künftig etwa die Hälfte der Alterssicherung
ausmachen. Das senkt die Lohnzusatzkosten und schafft Raum für neue
Arbeitsplätze. Und viertens müssen wir in Deutschland endlich eine echte
Gesundheitsreform umsetzen, bei der die jetzige Planwirtschaft durch mehr
Marktwirtschaft ersetzt wird. … |