D a
s L i b e r
a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
Marschrichtung 2006
Die Redaktion des Liberalen
Tagebuches: Von Kenntnissen über Betriebswirtschaft und/oder Volkswirtschaft
scheint die Redaktion der FAZ nicht sonderlich belastet. Jedenfalls sind es
insbesondere Fehl-Formulierungen wie fett hervorgehobene
im letzten Absatz, die das Reformklima nicht nur früher und jetzt, sondern
auch später durch vermittelte Unkenntnis und Ignoranz belasten, bzw. positive
Veränderungen in Deutschland blockieren. Sozialisten lachen sich ins
Fäustchen. Wenn das so weiter geht, kann die FAZ demnächst titulieren: Marschrichtung Sozialismus Zitierte Passagen in „blau“: … bis zur Bundestagswahl soll es keine Aufregung zu Lasten der SPD mehr geben. Schwerwiegende, aber finanzpolitisch leichtgewichtige „Reformen“ wie eine Grundgesetzänderung zugunsten von Volksentscheiden sollen Regierungsfähigkeit vorführen, auf Reizthemen wie Bürgerversicherung oder Zahnersatzpauschalversicherung will man verzichten. Angesichts der Personalnot der SPD muß Schröder seine bald nach der Wahl 2002 gemachte Ankündigung einlösen, sich mit Fischer noch einmal einer Wahl zu stellen. Und daher macht er jetzt Ernst damit, seine Chancen um jeden Preis zu verbessern. WOW. Als ob wir bisher
bei Grünrot realen Reformeifer gesehen hätten. So aber wirkt die Schablone
„Volkspartei“: Obrigkeit schützt Obrigkeit. Dazu der kontraproduktive
Vorwurf, dass die SPD Wahlen gewinnen will ... Die Einnahmesituation der Krankenkassen erlaubt es, die
zusätzlichen Beiträge für eine gesonderte Zahnersatzversicherung zur
Disposition zu stellen. Da kommt das Argument sehr gelegen, der
Verwaltungsaufwand für die Miniversicherung sei zu groß. Auch die CDU
erkennt, daß neuer Ärger nicht dringlich ist, und
gibt einer sogenannten Gesamtlösung in zwei, drei Jahren den Vorzug gegenüber
einem Beharren auf der großkoalitionären
Vereinbarung. Der Richtungswechsel ist der SPD wie der CDU viel wert; … Richtungswechsel bei SPD
oder „CDU“? Seit Jahrzehnten immer das Gleiche: Vertuschen der direkten
Belastung des „kleinen“ Mannes, die er als indirekte Belastung - um Verwaltungskosten
vermehrt - unnachsichtig tragen muss: So schützt Obrigkeit Obrigkeit letztendlich mit der Methode des
unverzichtbaren staatlichen Gewaltmonopols. Vogel friss oder gehe bei
Verweigerung in Haft. Statt die FDP-Lösung des 55. Parteitages wenigstens en
passant positiv zu erwähnen, bekommt die CDU/CSU über die vom Wirtschaftsrat
„gesehene Bedrohung“ und „geschlagene Schlachten“ im Folgenden noch eine
kleine Schlussdividende: Noch ist die Schlacht nicht geschlagen. Selbst der
Wirtschaftsrat der Union sieht nun den Beginn der „Abkopplung der
Gesundheitskosten von den Arbeitskosten“ bedroht. Doch das ist eine
einseitige Befürchtung, denn die Gesundheitskosten der Erwerbstätigen werden
stets mit den Arbeitseinkommen verknüpft bleiben – und damit letztlich auch
mit den Arbeitskosten. Denn sinkende Arbeitskosten und steigende
Zwangsabgaben aus den Arbeitseinkommen lassen sich politisch nur schwer
durchsetzen. Daher sind die Bestrebungen der Bundestagsparteien, die Belastungen von der
Wirtschaft auf die Arbeitnehmer zu verlagern, nun etwas zur Ruhe
gekommen. SPD, Grüne, CDU und CSU beobachten, wie es der FDP einerseits und
der PDS andererseits bei den Wahlen ergehen wird. Es ist die gedankliche
Zwangsjacke der ersten beiden Absätze in Verbindung mit der apodiktischen
Prognose ( „… verknüpft bleiben …“ ), die unvermeidlich den
gedanklichen Salto Mortale des fett Hervorgehobenen
im vorstehenden Absatz zur Folge hat. Der Gipfel: Gut sind SPD, Grüne, CDU
und CSU; schlecht FDP und PDS: Die syntaktische Form erzeugt semantische
Nähe: Die Guten „beobachten“, wie es den Schlechten „ergehen“ wird. © Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2004, Seite 1 Da das Urheberrecht der FAZ auf die zitierten Passagen des
Artikels besteht; Ist Das Liberale Tagebuch
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