D a
s L i b e r
a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Am ehesten „politische Schmierereien“ hat
die FAZ am 7. Juni 2004 gedruckt; das Liberale
Tagebuch jedoch meint, dass das Prädikat „intellektuell
minderwertig“ noch etwas besser zutrifft. Die FAZ kennt offenbar viele
liberale Sünden der Vergangenheit. Die FAZ also stark in Sachen
Vergangenheit. Dann allerdings wäre es besser, die FAZ befasste sich gründlich
mit den Gründen des sozialistischen Wahlsieges im September 1998. Dazu gäbe
es eine ganze Menge Überlegenswertes. Die FAZ ließ gelegentlich im
Wirtschaftsteil schreiben: „Die Freiheit ... ein "negatives" Abwehrrecht des Bürgers
gegen die Bevormundung durch den Staat“ Wohlklingend nicht wahr? Dass
staatliche Reglementierung Bevormundung zu Folge hat, ist unbestritten. Aber:
Freiheit, ein Abwehrrecht? Schwachsinn. Denn (1) Es geht in heutigen Demokratien nicht um
Freiheit/Nichtfreiheit (2) Es
geht vielmehr um etwas mehr, leider vielfach auch um etwas weniger Freiheit –
also um ein Delta(Freiheit). Dies als Recht , also Gegenstand der
Rechtsordnung zu bezeichnen? Meint die FAZ also allen Ernstes, dass die
Freiheit des Einen gegen die Freiheit des Anderen per Rechtsordnung gewogen
werden kann? Klar, die Konservativen, die regeln alles mindestens so schlimm
wie Sozialisten ... und obendrein heimtückisch, hinter der geistigen Hecke,
das Spiel der CDU/CSU machen; das ist die CDU/CSU der nur 80% Hohmann ...
Also, ihr Abendland wird so ganz bestimmt nicht gerettet. Um diese Gedanken
hier schnell abzurunden: Die Rechtsordnung ist als Gesellschaftsvertrag zu
begreifen in dem u.a. Interessen der
Menschen gewogen werden. Und Freiheit: Auf das Freiheitsgefühl
kommt es an; hierzu allerdings die Aussage: „Meine Freiheit muss mit Deiner
kompatibel sein“. Die zur Befolgung dieses Prinzip erforderliche
Gewissensentscheidung kann dem Einzelnen nicht per Rechtsordnung
(Gesellschaftsvertrag) abgenommen werden (Das Weitere im Liberalen Tagebuch).
Klar, Konservative werden das wohl nie kapieren. Jedenfalls hat die Redaktion
einer Zeitung, die das nicht sieht, wenig Autorität sich wie in den 4 im
Folgenden dokumentierten FAZ-Beiträgen (einer einzigen Ausgabe) über die FDP
zu mokieren. Summa summarum: Intellektuell
minderwertiger politischer Schrott einer wichtigen deutschen Zeitung – es ist
wie es ist: Jeder blamiert sich selber so gut er kann ... leider trifft es alle
83.000.000 Deutschen ... Der Glanz des Soliden
pca. Die FDP hat ihren Dresdner Parteitag
der Selbstvergewisserung gewidmet. Nach den spaßigen Monaten des Frühsommers
2002 und den Depressionen seither versuchen die Freien Demokraten, sich durch
programmatische Arbeit ihre Fortexistenz erst einmal selbst zu erklären. Schon interessant, wie sich der Kommentator im Seelenleben
von anderen Menschen auskennt. Was anderes als „Programme“, bloß soll der
Bundesparteitag der FDP beschließen? selbst die Rechtspolitik keimt als zartes Pflänzlein neu. Die Vorschläge des Parteitags zum Aufbau
in den östlichen Ländern, die von Zonenrandförderung und Sondersubventionen
handeln, stehen hingegen weniger in der Tradition liberaler
Wirtschaftsgrundsätze als vielmehr im Zeichen einer wahlbedingten Anbiederung
in Gegenden Deutschlands, in denen die FDP seit fünfzehn Jahren kaum Erfolge
erzielte. Auch im Rest der Republik steht es freilich schlecht um die
Liberalen. Da es keine wirklichen Vormänner gibt … … probiert sie nunmehr, über ein solides politisches
Vorschlagswesen zurück ins öffentliche Bewußtsein
zu gelangen. … Personifiziert
wurde, wie schon in Bremen vor einem Jahr, diese „neue FDP“ nicht von ihrem
Vorsitzenden Westerwelle, der sich kürzlich als Clown unter Clowns
fotografieren ließ, sondern durch den ehemaligen Vorsitzenden Gerhardt. Der
war der Partei vor drei Jahren noch zu dröge gewesen. … was Journalisten so alles wissen … Woher will der Autor
wissen, was Gerhardt und Westerwelle zur Jahreswende 2000/2001 in Hamburg besprochen
und verabredet haben? Für Monate durchwehte er (Westerwelle) im letzten Jahr die FDP nur noch als laues Lüftchen.
Glaubwürdigkeit gehört nicht zum Kapital des Vorsitzenden; seine vielfältigen
Ambitionen als Programmatiker, Außenpolitiker und allgegenwärtiger Mitredner
scheitern schon an ihrer Vielfalt. Nur solange die FDP mit ihm noch Wahlen
gewinnt (also mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen), wird er ihr
Vorsitzender bleiben. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.06.2004, Seite 1 „Dazu fällt mir gar nichts mehr ein. Doch ... irgendwie
kommen einem die Grafitti-Künste an hiesigen
Häuserwänden, Eisenbahnwaggons, usw. in den Sinn ... ________________________________________________________________ FDP bereitet sich auf Machtwechsel vor. Westerwelle: Jedes Jahr länger Rot-Grün
ist ein verlorenes Jahr. Bundesparteitag in Dresden pca. DRESDEN 6. Juni. Die FDP will die
Bundesregierung schon vor der Bundestagswahl 2006 ablösen … im Rahmen längerer, zutreffender Ausführungen über die
Beschlüsse des Parteitages, kann es sich die FAZ nicht verkneifen zum
Beschluss zur Gesundheitspolitik süffisant zu bemerken: Die Finanzierung des FDP-Vorschlags ist allerdings noch
nicht ausgearbeitet. Es scheint die FAZ der Meinung zu sein, derartige Konzepte
würden in die Luft geschossen. Möglichweise bei der legendären Familie Hempel
… Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.06.2004, Seite 1 und
2 ________________________________________________________________ Viel ErnstWesterwelle und die FDP
präsentieren sich ein Jahr nach Möllemanns Tod wieder als seriöse Partei wieder !? Was der Autor nicht alles weiß. Da muss man das Jüngste
Gericht überhaupt nicht mehr fürchten. Von Peter Carstens DRESDEN, 6. Juni. Ist Guido Westerwelle ein
Parteivorsitzender auf Abruf, ein Politiker am Ende der Karriere, WOW – wenn Carstens meint … Was immer er seither sagt und tut: den Schatten des zu
Tode gekommenen Widersachers schüttelt er nicht ab. Schatten, abschütteln: An politischer Klarheit sind solche
Worte kaum zu überbieten. Sollte Westerwelle dem Geschehen ungerührt den
Rücken kehren? Am Ende der Vorstandssitzung zum Dresdner Parteitag soll
man einander „viel Ernst“ gewünscht haben. Hat Carstens das von CIA erfahren? Niemand wäre in der Lage, gegen Westerwelle einen „Putsch“
zu organisieren, glaubt Kubicki. Ob das an Westerwelles politischer Genesung liegt
oder an der Schwäche der Gegner, ist schwer zu unterscheiden. Kubicki hat Carstens wohl das Gegenteil der ersten oben
zitierten Aussage gesagt. Damit es zusammenpasst wir die Aussage von Kubicki
als Glauben uminterpretiert. Carstens jetzt obendrein Psychologe. Gerhardt seinerseits hielt am Sonntag
morgen ebenfalls eine außenpolitische Rede, die von den Delegierten
mit begeistertem Beifall bedacht wurde. In ihm erkennt sich die Partei
wieder, hier präsentiere sich einer, so hieß es anschließend nicht nur unter
den Delegierten in seinem Landesverband Hessen, der morgen schon das Amt des
Außenministers übernehmen könnte. Richtig. Aber viele andere auch. Der ehemalige Bundespräsident und
Außenminister Scheel sprach von einem „glücklichen
Tag“, den Gerhardt ihm bereitet habe. Was Carstens als Scheitern von Westerwelle interpretiert.
Analysekapazität ohne Ende. Gewinnt sie (Koch-Mehrin, die Europawahl), ist das ihr und sein Verdienst.
Verfehlen die Liberalen mit Frau Koch-Mehrin den
Einzug ins Europaparlament, trägt Westerwelle die Verantwortung dafür, daß er dem schönen Schein der jungen Frau den Vorzug gab. Eifersüchtig? Für Westerwelles politisches Weiterleben … … so jedenfalls berechnen es die in der Partei, denen der
Glaube an der Vorsitzenden ohnehin abhanden gekommen ist. Und das sind viele.
Und noch mehr Delegierte würden gerne an Westerwelle glauben, wenn sie denn
bloß wüßten, wer ihr Vorsitzender denn eigentlich
ist. Auf dem Dresdner Parteitag probiert Westerwelle wieder
einmal viele Rollen aus, ohne eine einzige durchzuspielen … Den Parteiabend
feiern die Delegierten in einem Zelt des Zirkus Sarrasani
am Elbufer. Der Direktor präsentiert die „Magic
Vision Show“. Von magischen Visionen der Freien Demokraten kann im
Wähleransehen aber jedenfalls nicht die Rede sein – bei sechs bis sieben
Prozent liegen die Umfragewerte, noch unter dem Wahlergebnis von 2002 also,
und das im Angesicht dramatischer Verluste bei der SPD. Auch als
Rechtsstaatspartei hat die FDP an Ansehen verloren … … und das Resultat gut für die CDU/CSU. Und das Publikum klamaukt: „Dann übt man schön … “ Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.06.2004, Seite 4 ________________________________________________________________ Eine unerwartete TrauerredeWarum die FDP ihren Bundesparteitag ausgerechnet auf den
ersten Todestag ihres ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Möllemann
gelegt hat, weiß nicht einmal sie selbst genau. Es handelt sich vielleicht um
einen Fall für die Verdrängungs-Psychologie. Oder vielleicht auch nicht. Bla-bla-bla. „Bring mal den Saal in Schwung!“ – so lautet sein (Brüderles) Auftrag, wie meistens. Daß er auch zu Möllemann was sagen sollte, traf ihn
unerwartet. Doch am nächsten Tag traf der fidele Brüderle
auch im Traurigen den richtigen Ton. … Die Delegierten erhoben sich dazu
schweigend, Brüderle zählte weitere Namen derer
auf, die seit dem letzten FDP-Parteitag gestorben waren. Es folgten der
Bericht des Wahlprüfungsausschusses, die Feststellung der Beschlußfähigkeit,
die Wahl des Parteitagspräsidiums. Und so umschloß
das Protokoll der Tagesordnung im Üblichen das Außerordentliche. (pca.) Resumee: Die vom Klugen Kopf hat also optimiert
durch den Dreck gezogen. Bitteschön, ist notiert. Durchschnittlicher Anteil der
FDP in Wahlumfragen 7%. Trotz FAZ. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.06.2004, Seite 4 ________________________________________________________________ Und als Dessert gab es am gleichen 7. Juni folgenden
fulminanten Beitrag in der klugen Zeitung, die das Liberale Tagebuch wir
auszugsweise zitiert: Schwarz-grüne Optionen. Signale des Koalitionspartners an die SPD Von Günter Bannas BERLIN, 6. Juni. … Möglichkeiten von schwarz-grünen Optionen stehen abermals im Zentrum der Erwägungen – nicht im Bund, wohl aber in einigen Bundesländern. Das Augenmerk und die taktischen Überlegungen richten sich aktuell auf den Ausgang der Landtagswahl am 13. Juni in Thüringen, doch sie beziehen auch die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai nächsten Jahres mit ein. Schon wird in der SPD registriert, daß die unterschiedlichen Flügel der Grünen gleichermaßen pragmatisch an derlei Fragen herangehen: machtpolitisch orientiert und tiefgehende Differenzen zwischen CDU und Grünen auf bestimmten Feldern der Politik – von Fragen der Kernenergie bis hin zu solchen der Einwanderung – zunächst einmal ausklammernd. Die anstehende Europa-Wahl könnte den Prozeß
befördern. … Doch die Grünen hätten abermals zu vermerken, daß ihre eigenen Gewinne nicht ausreichen würden, mit der
SPD eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden – wäre die bei der Europa-Wahl
gefragt. Angesichts solcher Umstände und Erwartungen beginnen führende Grüne, sich Gedanken über neue Bündnisse zu machen. … Dem CDU-Spitzenkandidaten Rüttgers könnte das recht sein. Er pflegt seit langem Kontakte in vielerlei Richtungen. Ob Rüttgers sich später gerne daran
erinnern wird? Doch angesichts der regionalpolitischen Ungewißheiten suchen die Berliner Koalitionsspitzen das
Konfliktpotential solcher Optionen zu begrenzen. Was also ist dran an der Sache? Stopp & Go? Ente ex FAZ? Zudem haben sich SPD und Grüne in Thüringen – im
Einvernehmen mit ihren Bundesspitzen – darauf verständigt, unter keinen
Umständen mittels eines gemeinsamen Bündnisses mit der PDS die jetzige
CDU-Landesregierung abzulösen. Doch könnte es dazu kommen, daß vom nächsten Sonntag an die beiden Berliner
Koalitionsparteien in Erfurt miteinander in einen Wettstreit treten, wer in
eine von der CDU geführte Landesregierung als Juniorpartner eintreten könnte. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.06.2004, Seite 5 ________________________________________________________________ Ob die Redaktion der FAZ bemerkt hat, dass heute, den 11.
Juni 2004, „zwischen den Feiertagen“, die CDU/CSU den Grünroten schon wieder
eine Steuererhöhung genehmigt hat ???? |