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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Staat sind wir alle. Das Ganze muss
funktionieren. Der Schalter für die Anmeldung von
Partikularinteressen bleibt geschlossen 17. Februar 2004 Werner Hoyer zu den Plänen des
Bundeskanzlers, die Position eines EU-Superkommissars für Industrie,
Binnenmarkt, Handel, Umwelt und Soziales zu schaffen. Hände weg von einer neuen europäischen Industriepolitik.
In der EU gibt die Neigung zu dirigistischen Strategien zu erheblicher Sorge
Anlass. Der Vorstoß von Schröder, mit einem neuen EU- Superkommissar die
Industriepolitik in Europa zu revitalisieren, weist genau in diese
grundsätzlich falsche Richtung. Zumal die Nähe des "Genossen der
Bosse" zu den deutschen Großkonzernen sprichwörtlich geworden ist. Der
begleitende Jubel der großen Autobosse Europas verstärkt diesen Verdacht.
Denn industriepolitische Ausrichtungen bedeuten immer auch eine starke
Ausrichtung an den Interessen der großen Industriekonzerne. Auf der Strecke
bleiben die Gesamtwirtschaft, der Mittelstand, der Wettbewerb und damit die
Verbraucher. Spannend ist die Frage, ob der Kanzler seinen Vorstoß mit
Außenminister Fischer abgestimmt hat. Was hält eigentlich der Obergrüne
davon, den EU-Umweltkommissar abzuschaffen? Industrie- und Umweltpolitik geht
nicht zusammen, genauso wenig wie Industrie- und Wettbewerbspolitik. Mit
Ausnahme des Airbus sind alle industriepolitischen Versuche der Vergangenheit
gescheitert. Schon seit langem ist die wettbewerbs- und
verbraucherfreundliche Politik der Europäischen Kommission dem Bundeskanzler
ein Dorn im Auge: Ob bei der Liberalisierung der
Märkte für Energie oder beim Autohandel: Die SPD steht immer auf der Bremse.
Was der Bundesregierung durch harte Interventionen in Brüssel nicht gelungen
ist, versucht der Bundeskanzler jetzt mit der Brechstange: Die
starken Kompetenzen der Kommission beim Wettbewerb auszuhöhlen. Die Initiative Schröders ist auch europapolitisch höchst
bedenklich. Sie bedeutet nichts anderes als mit britischer und französischer
Hilfe im Wege des Direktoriums die Unabhängigkeit der Kommission in der Sache
und die Entscheidungsrechte des Kommissionspräsidenten und des Europäischen
Parlaments bei Zuschnitt und Bestallung der nächsten Kommission infrage zu
stellen. |