D a s   L i b e r a l e   T a g e b u c h

Sammlung Originaldokumente aus „Das Liberale Tagebuch“, http://www.dr-trier.de

 

 

Aus Anlass der sog. Integrationsgipfels der Bundesregierung

 

Die FDP im Deutschen Bundestag:

Sofortmaßnahmen 2006 für eine erfolgreiche Integrationspolitik


14. Juli 2006

 

 

 

1.) Erfolgreiche Einbürgerung als Integrationsziel definieren

 

Voraussetzung einer Einbürgerung ist die gelungene Integration. Die Integrationskurse dienen deshalb auch zur Vorbereitung der Einbürgerung.

 

2.) Stundenzahl der Integrationskurse erhöhen

 

Insbesondere bei den Zielgruppenangeboten für Jugendliche, Frauen/Eltern und Analphabeten reichen 600 Stunden Deutschunterricht i.d.R. nicht aus, um ausreichende Deutschkenntnisse zu vermitteln. Deshalb ist für diese Angebote eine Aufstockung des Stundenkontingents auf mindestens 900 Stunden unerlässlich. Notwendig wäre die Wiedereinführung des Stundenkontingentes von 1.200 Stunden, wie es bis zum Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes bestand. Die vorgesehene Stundenzahl von 30 Stunden für Orientierungskurse (Landeskunde, Rechtssystem, Kultur etc.), hat sich als nicht ausreichend herausgestellt. Hier sollte ebenfalls auf die Regelung vor Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes zurückgegriffen und die Stundenzahl wieder auf 60 Stunden erhöht werden.

 

3.) Allianz von Bildungs- und Familienpolitik

 

Die Entwicklung des letzten Kindergartenjahrs vor der Einschulung ist so schnell wie möglich zu einem für die Eltern kostenfreien Angebot, um hierdurch einen größeren Anreiz zum Besuch des Kindergartens zu geben. Gerade die Kindertageseinrichtungen müssen in besonderem Maße zur Integration von Migrantinnen und Migranten und zur Vermittlung sprachlicher Kompetenz beitragen. Hierbei ist die Verstärkung der Möglichkeit, Eltern, insbesondere Mütter von Kindern mit Migrationshintergrund, durch ein gezieltes Angebot von Sprachkursen in die sprachliche Integration einzubeziehen, zu fördern.

 

4.) Verpflichtende Sprachdiagnosen einführen

 

Die Einführung von verbindlichen Diagnosen mit Sprachstandserhebungen zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr ist für alle Kinder voranzutreiben. Diese Sprachtests ermöglichen es, sofortige Fördermaßnahmen einzuleiten, die dem Entwicklungsstand jedes Kindes gerecht werden. Die Bundesländer werden aufgefordert, Kindern, die bei der Sprachstandserhebung erhebliche Mängel aufweisen, angemessene Förderung zukommen zu lassen, um sicher zu stellen, dass möglichst alle Kinder nach der Einschulung dem Unterricht der ersten Klasse in Deutscher Sprache folgen können.

 

5.) Bundeszentrale für politische Bildung für Integration nutzen

 

Ein neuer Schwerpunkt der Weiterbildungsprogramme der Bundeszentrale für politische Bildung für Lehrer, vor allem Grund- und Hauptschullehrer, soll die Migrationsproblematik werden. Der Bund kann hier mit Angeboten schnell selbst aktiv werden.

 

6.) Praktische Kompetenzen der Betriebe nutzen – Jugendlichen eine zweite Chance geben

 

Betriebspatenschaften Schule-Wirtschaft fördern, um so auch den Jugendlichen, die über keinen ausreichenden Schulabschluss verfügen, eine zweite Chance zu geben. Das BMBFFörderprogramm „Job-Starter“ muss in dieser Richtung erweitert werden. Vorbildlich: In Nordrhein-Westfalen wurde das "Werkstattjahr" für Jugendliche gestartet, die den Schulabschluss nicht schaffen, aber praktische Qualitäten besitzen.