D a s   L i b e r a l e   T a g e b u c h

Sammlung Originaldokumente aus „Das Liberale Tagebuch“, http://www.dr-trier.de

 

 

 

 

Verbot der Nettoneuverschuldung

Das Präsidium der Freien Demokratischen Partei hat auf seiner Sitzung
am 23. Oktober 2006 einstimmig beschlossen:

„Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Haushaltslage Berlins hat die Reformbedürftigkeit der deutschen Finanzverfassung erneut unter Beweis gestellt. Nur eine Neuordnung der Finanzverfassung schafft die Voraussetzungen, Finanzkrisen dauerhaft zu vermeiden.

Die Staatsverschuldung nimmt den künftigen Generationen ihre Freiheit und Chancen. Wer die Staatsverschuldung dauerhaft abbauen will, muss die Neuverschuldung im Grundgesetz verbieten. Mit einem verbindlichen Stufenplan müssen auf allen staatlichen Ebenen ausgeglichene Haushalte erreicht werden. Danach dürfen die Ausgaben die Einnahmen nicht mehr übersteigen. Kredite dürfen nicht als Einnahmen gezählt werden. Artikel 115 des Grundgesetzes ist entsprechend zu ändern.

Diese Maßnahme muss begleitet werden durch die Einführung eines verursachungsgerechten Konnexitätsprinzips und den Ausbau der Steuerautonomie für Länder und Gemeinden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Zusage gegenüber der FDP zur Reform der Finanzverfassung nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern die Beratung unverzüglich voranzubringen. Die FDP wird zur Begleitung eine eigene Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Parlamentarischen Geschäftsführers der FDP-Bundestagsfraktion Ernst Burgbacher einsetzen.“