D a s L i b e r a l e T a g e b u c h |
|
Sammlung
Originaldokumente aus Das Liberale Tagebuch, (http://www.dr-trier.de) |
|
News Ticker von DIE WELT.de am 13.12.2003 15:06:
Schröder will «einigungsfähiges» Angebot vorlegen Berlin (dpa) - Hoffnung im Streit um die
Finanzierung der vorgezogenen Steuerreform: Bundeskanzler Gerhard Schröder
wird der Unionsspitze nach den Worten von SPD-Fraktionschef Franz Müntefering
einen «einigungsfähigen» neuen Vorschlag vorlegen. Schröder sei bereit, sich
morgen mit CDU-Chefin Angela Merkel und dem CSU- Vorsitzenden Edmund Stoiber
zu treffen, sagte Müntefering der dpa. Der Kanzler sei zu einem Treffen
bereit. Zum konkreten Inhalt des Angebots wollte sich der Fraktionschef nicht
äußern. 15:55:
Bewegung im Reformpoker Berlin (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)
will sich direkt in die Vermittlungsverhandlungen zum Reformpaket einschalten
und einen neuen Vorschlag zur Finanzierung der Steuerreform vorlegen. Das
anvisierte Treffen Schröders mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel und
CSU-Chef Edmund Stoiber soll die festgefahrenen Verhandlungen zum Reformpaket
aus der Sackgasse führen. SPD-Fraktionschef Franz Müntefering sagte am Samstag
in einem dpa- Gespräch, mit den überarbeiteten Plänen solle die Union zum
Einlenken bewegt werden. Die von 2005 auf 2004 vorgezogene dritte
Steuerreformstufe würde Bürgern und Unternehmen zusätzliche Entlastungen von
15,6 Milliarden Euro bringen. Finanziert werden soll die Steuersenkung laut
«Bild»-Zeitung zu je einem Drittel über den Verkauf von Bundesbesitz, die
Streichung von Subventionen und Kredite. In dem Regierungsvorschlag ist
Presseberichten zufolge enthalten, den Umsatzsteuer-Anteil für die Länder zu
erhöhen. Bestätigt wurde das nicht. Nach Worten Münteferings ist noch offen, ob das
angestrebte Treffen von Schröder, Merkel und Stoiber im Vermittlungsausschuss
oder an einem anderen Ort stattfinden soll. Der Kanzler sei nach seiner
Rückkehr vom EU-Gipfel aus Brüssel zu einem Treffen «wo es sich ergibt»
bereit. Merkel und Stoiber hatten ihre Teilnahme an der Vermittlung von neuen
Kompromissvorschlägen des Kanzlers abhängig gemacht. Merkel bekräftigte in
der «Bild am Sonntag», eine «Einigung um jeden Preis» werde es nicht geben.
Nicht ausgeschlossen wurde, dass sich Merkel vor der vermutlich
entscheidenden Ausschuss-Sitzung erneut mit den Unions-Ministerpräsidenten
berät. Das Bundesfinanzministerium wollte sich nicht zum
Inhalt des Kanzler-Angebots äußern. Die Union bestand bislang darauf, das
Vorziehen der Steuerreform allenfalls zu einem Viertel - 25 Prozent - über
Kredite zu finanzieren. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer
Steinbrück (SPD) sagte der dpa: «Ich schließe nicht aus, dass der Bund noch
einmal behilflich ist, um zu einer Lösung zu kommen.» Die Bundesregierung
werde aber vor der Vermittlungs-Sitzung öffentlich keine neuen Vorschläge
machen. Der brandenburgische Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) erhofft
sich von dem neuen Vorschlag der Bundesregierung einen Durchbruch. Es werde
ein weiteres «deutliches Angebot» sein, sagte Platzeck der dpa. Stoiber sagte der «Welt am Sonntag»: «Wir gehen
erfolgsorientiert in die Gespräche am Sonntag. Die Zeit des Redens ist
vorbei.» Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) schlug in einem
dpa-Gespräch vor, die Verhandlungen über die Zusammenlegung von Arbeitslosen-
und Sozialhilfe aus den Gesprächen herauszunehmen. Darüber könne später
entschieden werden. Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer warf den Unionsparteien Blockadepolitik aus reinem Machtkalkül vor. Das Vorziehen der nächsten Stufe der Steuerreform sei unentbehrlich, sagte er auf dem Landesparteitag der Grünen Rheinland-Pfalz in Mainz. |