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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Atomwaffen in Deutschland, Fossil des Kalten
Krieges Antrag der FDP-Bundestagsfraktion Deutscher Bundestag Drucksache
15/ 15. Wahlperiode 12. April 2005 Antrag der Abgeordneten Dr. Werner Hoyer, Harald Leibrecht,
Rainer Brüderle, Ernst Burgbacher, Helga Daub, Jörg van Essen, Ulrike Flach,
Horst Friedrich (Bayreuth), Rainer Funke, Hans-Michael Goldmann, Ulrich
Heinrich, Birgit Homburger, Michael Kauch, Dr. Heinrich Leonhard Kolb, Jürgen
Koppelin, Ina Lenke, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dirk Niebel, Günther
Friedrich Nolting, Eberhard Otto (Godern), Detlef Parr, Gisela Piltz, Dr.
Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Jürgen Türk, Dr. Claudia Winterstein, Dr.
Volker Wissing, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der FDP Glaubwürdigkeit des nuklearen
Nichtverbreitungsregimes stärken – US-Nuklearwaffen aus Deutschland abziehen Der Deutsche Bundestag wolle beschließen: Der Deutsche Bundestag stellt fest: Im Mai 2005 tagt in New York die alle fünf Jahre
stattfindende Überprüfungskonferenz des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrages
(NVV). Die gegenwärtige Krise um Nuklearwaffen-Ambitionen des Iran und
Nordkoreas, aber auch die Befürchtungen, dass künftig möglicherweise weitere
Staaten oder sogar internationale Terroristen Zugriff auf Nuklearwaffen erhalten
könnten, machen das nukleare Nichtverbreitungsregime zu einer zentralen Säule
der Sicherheit und des Friedens weltweit. Es liegt in den Händen der 188
Mitgliedsländer des Nichtverbreitungsregimes, diese wichtigste globale
Abrüstungskonferenz unbedingt zu einem Erfolg zu führen. Das NVV-Regime beruht auf drei Säulen: Verpflichtung der
Mitglieder zur Nichtverbreitung, Verpflichtung der Nuklearwaffenstaaten auf
Abrüstung ihrer Nuklearwaffenarsenale und Berechtigung aller Staaten zum
Zugang zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Nur wenn alle drei Prinzipien
gleichberechtigt verfolgt und umgesetzt werden, behält das
Nichtverbreitungsregime seine Glaubwürdigkeit. Deutschland bekennt sich als Nicht-Nuklearwaffenstaat
aktiv zur nuklearen Nichtverbreitung und zeigt bei den Bemühungen um eine
Lösung der Iran-Krise, dass es bereit ist, auch bei der Frage der zivilen
nuklearen Teilhabe die Verpflichtungen aus dem NVV ernst zu nehmen. Das
nukleare Nichtverbreitungsregime wird aber auf die Dauer nur Bestand haben
und Staaten mit potentiellen Nuklearwaffenambitionen werden sich nur dann
weiter an ihre Verpflichtung halten, auf Nuklearwaffen zu verzichten, wenn
auch bei der Umsetzung der Abrüstungsverpflichtung der Nuklearwaffenstaaten
weitere Fortschritte gemacht werden. Dazu müssen der Atomteststoppvertrag in
Kraft gesetzt und Verhandlungen über ein Ende der Produktion von spaltbarem
Material für Waffenzwecke aufgenommen werden. Dazu müssen aber auch die
NATO-Staaten die Bereitschaft dokumentieren, die Rolle der Nuklearwaffen in
ihrer Militärstrategie zu reduzieren und weitere nukleare Abrüstungsschritte vorzunehmen. Die USA haben bis heute fast 500 taktische Nuklearwaffen
in Europa stationiert, davon etwa 150 in Deutschland. Im Rahmen der nuklearen
Teilhabe ist bis heute die Bundeswehr an den Vorbereitungen zu einem Einsatz
dieser Waffen beteiligt. Dabei ist die Fähigkeit zum Einsatz von taktischen
Nuklearwaffen von deutschem Boden aus heute angesichts der veränderten Bedrohungslage
sicherheitspolitisch nicht mehr zwingend, die gegenwärtige NATO-Strategie könne
auch ohne diese Option beibehalten werden, und eine Verlegung dieser Waffen
in eine rückwärtige sichere Aufbewahrung in den USA wäre im Umfeld der
Überprüfungskonferenz zum NVV ein wichtiges erstes Signal, dass auch die
Abrüstungsverpflichtung als integrativer Bestandteil des
Nichtverbreitungsregimes ernst genommen wird. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, 1. sich auf der anstehenden Überprüfungskonferenz zum NVV
aktiv für eine Stärkung aller drei Säulen des Nichtverbreitungsregimes
einzusetzen und damit zu einem Erfolg dieser wichtigen Konferenz beizutragen; 2. an ihren im Rahmen der EU-3 gemeinsam mit Frankreich
und Großbritannien verfolgten Bemühungen um eine Lösung der Iran-Krise
unvermindert festzuhalten und gemeinsam mit den USA nach Möglichkeiten zu
suchen, wie der Iran unter Gewährung der zivilen Nutzung der Kernenergie
verifizierbar von Nuklearwaffenambitionen abgebracht werden kann; 3. zur Stärkung der Glaubwürdigkeit des Nichtverbreitungsregimes
und als Zeichen dafür, dass auch die Abrüstungsverpflichtung der
Nuklearwaffenstaaten als integraler Bestandteil des NVV ernst genommen und
nachdrücklich verfolgt wird, bei den amerikanischen Verbündeten darauf zu
drängen, dass die bis heute in Deutschland stationierten taktischen
Nuklearwaffen der USA abgezogen werden. Berlin, den 12. April 2005 Dr. Werner Hoyer Harald Leibrecht Rainer Brüderle Ernst Burgbacher Helga Daub Jörg van Essen Ulrike Flach Horst Friedrich (Bayreuth) Rainer Funke Hans-Michael Goldmann Ulrich Heinrich Birgit Homburger Michael Kauch Dr. Heinrich Leonhard Kolb Jürgen Koppelin Ina Lenke Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Dirk Niebel Günther Friedrich Nolting Eberhard Otto (Godern) Detlef Parr Gisela Piltz Dr. Rainer Stinner Carl-Ludwig Thiele Jürgen Türk Dr. Claudia Winterstein Dr. Volker Wissing Dr. Wolfgang Gerhardt und Fraktion |
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